Der Einfluss „menschlicher Faktoren“ im Lieferkettenmanagement

Article by Achilles

Die Art und Weise, wie Tools, Ausrüstung, Arbeitsprozesse und Arbeitsumgebungen gestaltet werden, kann einen enormen Einfluss auf die menschliche Entscheidungsfindung, Leistung und Sicherheit haben. Die Betrachtung dieser „menschlichen Faktoren“ ist ein wichtiges Mittel, um die Fähigkeiten und Grenzen von Arbeitskräften und damit die Gesamtleistung eines Unternehmens zu verstehen.

Um maximale Sicherheit und Produktivität am Arbeitsplatz zu gewährleisten, sollten Unternehmen prüfen, inwieweit menschliche Faktoren sich auf ihr Lieferkettenmanagement auswirken. Aspekte wie Arbeitsumgebung und Organisation, rollenspezifische Faktoren sowie Gruppen- und persönliche Eigenschaften beeinflussen das Verhalten der Mitarbeiter am Arbeitsplatz. Unternehmen, die den Einfluss menschlichen Verhaltens auf die Arbeitspraktiken verstehen, können ihre Produktivität und Qualität steigern und gleichzeitig einen besseren Arbeitsschutz gewährleisten.

Sicherheit am Arbeitsplatz und Arbeitskultur

Das wichtigste Instrument zur Reduzierung von Arbeitsunfällen besteht in der Gewährleistung, dass jede Person, die für Sie arbeitet, über das richtige Kompetenzniveau verfügt. Dies ist bei festen Mitarbeitern jedoch leichter zu erreichen als bei Auftragnehmern. Auftragnehmer bringen viele Vorteile mit sich, wie z. B. die Fähigkeit, Abläufe schnell zu skalieren und das Fachwissen von Teams zu verstärken. Sie können aber auch Risiken einführen. Unsere Untersuchungen zeigen, dass die Arbeit von Auftragnehmern immer noch etwa doppelt so riskant ist wie die von festen Mitarbeitern.

Unabhängig davon, ob Sie Auftragnehmer einsetzen oder nicht, gibt es zwei Hauptfaktoren, die zu einer effektiven Arbeitsschutzkultur beitragen. Erstens sind Auswahl, Koordination, Überwachung und Bewertung des Personals unglaublich wichtig. Wenn Ihr Managementteam nicht jederzeit über die Vorgänge an einem Standort informiert ist, kann es nicht garantieren, dass die Arbeit korrekt ausgeführt wird. Zweitens müssen die Regeln, Verfahren, Gefahren und Notfallvorkehrungen am Standort für alle klar kommuniziert werden. Wenn Sie Auftragnehmern nicht klipp und klar sagen, was von ihnen erwartet wird, ist Ihr Risikomanagement nicht wasserdicht. Regelmäßige Arbeitsschutz-Audits wie unsere IOGP-423-konformen Audits sind ein wichtiges Instrument, um eine unabhängige und unparteiische Bewertung Ihrer Richtlinien und Leistung zu erhalten. Sie können auch wertvolle Einblicke in verbesserungswürdige Bereiche bieten.

Leistungsfähigkeit

Einer der größten Vorteile der Berücksichtigung menschlicher Faktoren besteht darin, dass sie zum Nachdenken über einige unsichtbar wirkenden Kräfte führt, die die Entscheidungsfindung beeinflussen. Sie mögen zwar über Kennzahlen zu den geleisteten Arbeitsstunden und den erzielten Ergebnissen verfügen, diese geben Ihnen jedoch keinen Aufschluss darüber, wie sich Faktoren wie Arbeitsbelastung, Stress, Müdigkeit und Druck auf Ihren Arbeitsschutz auswirken.

Wir denken, dass der Zusammenhang zwischen Wohlbefinden und Produktivität häufig unterschätzt wird. In den letzten 35 Jahren haben wir in allen von uns überwachten Branchen einen Rückgang der Verletzungshäufigkeit beobachtet. Dies liegt zu einem großen Teil an einem besseren Verständnis in Bezug auf die Notwendigkeit, sowohl das Wohlbefinden als auch die Sicherheit zu fördern. Wenn Arbeitnehmer unglücklich oder krank sind, riskieren Sie, dass Ihre Betriebsabläufe durch Fehlzeiten oder Präsentismus von Mitarbeitern beeinträchtigt werden.

Regelmäßige Schulungen und Mitarbeitergespräche helfen nicht nur den Arbeitgebern bei der Erkennung, auf welche Weise menschliche Faktoren zu einem erhöhten Risiko beitragen, sondern sie befähigen auch die Mitarbeiter, diese Faktoren früher zu identifizieren. Es ist auch wichtig zu verstehen, wie sich die von Mitarbeitern genutzten Tools und Prozesse auf ihre Arbeitsweise auswirken. Häufig wird an einer bestimmten Arbeitsweise festgehalten, weil sie immer so ausgeführt wurde. Aber möglicherweise setzen Sie die Mitarbeiter dadurch unnötigen Risiken aus. Wir sehen oft, dass kleine Änderungen an Arbeitsprozessen oder Tools große Sicherheits- und Produktivitätsgewinne schaffen. Sie müssen also nicht unbedingt mit größeren Störungen rechnen.

Risikomanagement

Die effektive Erfassung von Vorfällen und die Präqualifizierung von Arbeitskräften sind zwei effektive Instrumente zur Verbesserung des Arbeitsschutzes. Durch den richtigen Einsatz dieser Instrumente können Unternehmen Risiken am Arbeitsplatz mindern.

Tools wie Achilles Controlar helfen sicherzustellen, dass alle an einem Standort tätigen Personen und Lieferanten über die richtige Erfahrung und die adäquaten Fähigkeiten verfügen. Anderenfalls gehen Unternehmen jedes Mal ein Risiko ein, wenn ein unqualifizierter neuer Auftragnehmer einen ihrer Standorte betritt. Die durch die Präqualifizierung gewonnenen Daten sowie die Fähigkeit, Unfälle mit Ausfallzeiten zu erfassen, sind eine erstaunliche Quelle der Erkenntnis in Bezug auf die tatsächliche Arbeitsweise von Mitarbeitern.

Durch die sorgfältige Berücksichtigung der Interaktionen zwischen Menschen und technologischen und organisatorischen Elementen eines Systems kann die Produktivität und Zuverlässigkeit des Systems deutlich erhöht werden.“ IOGP

Wenn Sie genau wissen, wer für Sie arbeitet und welche Probleme und Herausforderungen dabei auftreten, können Sie Ihre Lieferkettenmanagementsysteme und -richtlinien besser auf die alltägliche Realität Ihrer Betriebsabläufe abstimmen.

Schaffen einer effektiven Sicherheitskultur

Das Verständnis, welchen Einfluss menschliche Faktoren auf die Arbeitsweise von Mitarbeitern haben können und inwieweit sich dies wiederum auf das Lieferkettenmanagement auswirkt, ist nur der erste Schritt. Wirklicher Mehrwert entsteht, wenn diese Einsicht zur Schaffung einer Sicherheitskultur genutzt wird, die Gesundheit und Wohlbefinden in den Vordergrund stellt und gleichzeitig den Weg zu höherer Produktivität und Qualität ebnet.

Robin Critchard, Senior SHE Advisor bei CNR International (UK) Ltd. gibt nach 30-jähriger Tätigkeit in QHSE-Funktionen folgenden Rat:

„Um eine effektive Sicherheitskultur zu etablieren, muss man zunächst einmal die Fähigkeiten, Stressfaktoren, Motivation und Arbeitsbedingungen verstehen, unter denen die Mitarbeiter ihre Aufgaben erfüllen müssen.

Ist dies nicht der Fall, werden Vorfälle, bei denen menschliche Faktoren als mitwirkende Ursache identifiziert werden, oft das Ergebnis unzureichender oder unwirksamer Schulung und der Duldung unsicherer Arbeitspraktiken sein.“

Die folgende kurze Checkliste enthält Tipps zur Schaffung eines adäquaten Arbeitsschutzes:

  • Kommunikation mit dem Personal durch regelmäßige Sicherheitsgespräche und Workshops
  • Spezifische Schulungen für standortspezifische Rollen, Ausrüstung und Prozesse
  • Klare Definition von Verantwortlichkeiten und Rechenschaftspflicht
  • Implementierung eines proaktiven Berichtsprozesses, der als Grundlage für Management- und strategische Entscheidungen dient
  • Verpflichtung zu regelmäßigen Arbeitsschutz-Audits durch einen unabhängigen Dritten
  • Einbeziehung von Arbeitnehmern in die Gestaltung von Prozessen und Arbeitsumgebungen
  • Zelebrieren von Erfolgen und Aufklärung der Mitarbeiter darüber, wie ihr Handeln zu mehr Sicherheit und Leistung beiträgt

In den Jahrzehnten, in denen wir Unternehmen in ihrem Lieferketten- und Risikomanagement unterstützt haben, haben wir festgestellt, dass viele den Einfluss menschlicher Faktoren nicht in vollem Umfang berücksichtigen. Ein wichtiger Grund hierfür ist das Fehlen der richtigen Art von qualitativ hochwertigen, verifizierten Daten.

Gewinnen Sie mehr Einblick in Ihre Arbeitspraktiken, um Ihre Sicherheit und Qualität konsequent zu verbessern. Erfahren Sie hier mehr über Achilles Controlar oder informieren Sie sich über unseren HSE-Audit-Service.

 



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