Interview mit Douglas Regueros, Präsident der ACOPC

Article by Achilles

Achilles arbeitet eng mit der ACOPC (Asociación Colombiana de Profesionales de Compras, Kolumbianische Vereinigung von Beschaffungsexperten) in Kolumbien zusammen. An dieser Stelle gibt Douglas Regueros, der Präsident dieser Vereinigung, uns Einblick in seine Vision des kolumbianischen Marktes in Bezug auf das Bewusstsein und die Bedeutung von Beschaffung in einem Unternehmen, auf die besonderen Herausforderungen in Kolumbien und die Auswirkungen des Einsatzes von Technologie.

 

1. Welche maßgeblichen Defizite hat die ACOPC aufgrund ihrer Erfahrung in der Analyse und Beratung von einkaufenden Unternehmen in der Beschaffung in Kolumbien festgestellt?

Meiner Meinung nach wurde in vielen Unternehmen der Startschuss für Veränderungen in der Beschaffung noch nicht gegeben. Der Einkauf wird immer noch undifferenziert für alle Kategorien abgewickelt und es gibt keine auf den strategischen Plan des Unternehmens (Mission und Vision) abgestimmte Beschaffungsstrategie. Das liegt vor allem an der mangelnden Unterstützung durch die Führungsebene in diesem wichtigen Bereich, da der Wert einer strategischen Verwaltung von Ausgaben nicht gesehen wird (und die Unternehmen dadurch ausbluten) oder die wirtschaftlichen und wertschöpfenden Vorteile, die für Unternehmen entstehen würden, nicht erkannt werden.

2. Denken Sie, dass es einen bestimmten Sektor gibt, der im Hinblick auf die strategische Beschaffung bereits weiter entwickelt ist als andere?

Vielleicht nicht so sehr ein bestimmter Wirtschaftssektor, aber was den Zugang zu internationalen Modellen mit hohen Standards betrifft, sind einige multinationale Konzerne definitiv im Vorteil. Wenn wir den Fortschritt in Bezug auf einen bestimmten Sektor definieren müssten, können vielleicht diejenigen mit kostenintensiven Betriebsabläufen, entweder im Hinblick auf Kosten oder Volumen (Öl und Gas, Einzelhandelssupermärkte und öffentliche Dienstleistungen) als die in dieser Hinsicht „unruhigsten“ bezeichnet werden.

3. Wenn Sie eine vergleichende Studie zwischen heute und vor fünf Jahren durchführen würden, denken Sie, dass in Unternehmen das Bewusstsein für die Bedeutung eines guten Lieferantenmanagements und strategischen Einkaufs gestiegen ist?

Es gibt eindeutig ein höheres Bewusstsein als vor fünf Jahren, dass es wichtig ist, vom traditionellen Einkauf zu einer strategischen Beschaffung überzugehen. Aber leider beschränkt sich diese Erkenntnis immer noch weitgehend auf den operativen und administrativen Bereich und hat die Führungsebene noch nicht erreicht. Von dort müsste aber die gesamte Unterstützung und strategische Richtung zu diesem Thema kommen.

4. Mit welchen Herausforderungen sieht sich die ACOPC konfrontiert, wenn es um die Schulung von Beschaffungsexperten geht?

Zum einen muss in allen Unternehmen das Bewusstsein für die wichtige Rolle, die diese Fachleute tagtäglich spielen, gesteigert werden und die Unterstützung durch die Führungsebene gewonnen werden. Außerdem muss durch eine angemessene Zertifizierung die Professionalisierung dieses Bereichs anerkannt werden.

5. Sind Sie der Meinung, dass bei der Einführung neuer Einkaufstechnologien, zum Beispiel einer Präqualifizierungsplattform für Lieferanten, das Kosten-Nutzen-Verhältnis adäquat bewertet wird?

Nicht, solange es in Unternehmen kein Bewusstsein dafür gibt, dass die Beschaffung genauso wichtig ist wie die kommerziellen Aspekte. Deshalb sind die Budgets, die der Beschaffungsabteilung den Zugang zu Technologien zur Unterstützung ihrer Verwaltung und Effizienz ermöglichen würden, ziemlich dürftig. Änderungen am strategischen Aspekt des Einkaufs müssen mit den unterstützenden Technologien in diesem Bereich Schritt halten.

 

Achilles engagiert sich nicht nur in Kolumbien, sondern weltweit dafür, die Beschaffung in Unternehmen strategischer auszurichten. Mit modernsten Technologien präqualifiziert das Unternehmen Lieferanten und hilft, die Risiken im gesamten Beschaffungsprozess Ihres Unternehmens zu verringern.

 



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