Der britische Haushaltsplan birgt Chancen und Risiken für die Lieferketten von KMU

10 Nov 2018
Artikel von Achilles

Im Rahmen ihres Haushaltsverfahrens im Herbst 2018 (Autumn Budget) hat die britische Regierung eine Steigerung der Ausgaben für Infrastrukturprojekte um 30 % und ein 30-Milliarden-Pfund-Paket für die Straßen Englands angekündigt. Während dies einerseits für KMU-Lieferanten großartige Neuigkeiten sind, ist es andererseits unerlässlich, dass die Leistung der einzelnen Lieferanten gründlich verglichen und hinterfragt wird, bevor die neu verfügbaren Mittel zugewiesen werden. Der britische Schatzkanzler Philip Hammond hat außerdem das Ende des kontroversen PFI- und PF2-Finanzierungsmodells für Infrastrukturentwicklung signalisiert. Diese Änderung bedeutet zwar wohl nicht das Ende der Beteiligung von Privatunternehmen an der Bereitstellung wichtiger öffentlicher Dienstleistungen und Infrastrukturen, aber sie ist ein Zeichen dafür, dass alle Vertragsvergaben künftig einer gründlicheren Prüfung unterzogen werden.

KMU werden seit Langem in Großbritannien und darüber hinaus als Wachstumsmotor angesehen, und der Haushalt 2018 des Schatzkanzlers hat ihre Bedeutung für die nationale Wirtschaft noch unterstrichen.[1] Aber angesichts der Tatsache, dass KMU-Lieferanten bestrebt sein werden, in diesen durch Investitionen geförderten Bereichen weiter zu expandieren, eröffnen sich Auftragnehmern eine Vielzahl neuer Möglichkeiten, die die Auswahl zu einem schwierigen Prozess machen werden. Es wird zu einem erbitterten Wettbewerb um neue Aufträge kommen, und nachweisbare Erfahrung, Kompetenz und Compliance entlang der Lieferkette werden wichtiger denn je sein.

 

Lieferkettenrisiko und Reputationsschäden

Bei Achilles wissen wir, dass der Anreiz lukrativer Verträge Lieferanten dazu verleiten kann, ihre Referenzen zu beschönigen – manchmal ohne eine Erfolgsbilanz, Systeme oder Kompetenzen vorweisen zu können, die ihre Behauptungen rechtfertigen würden. Mangelnde Transparenz oder ein fehlender Überblick kann zu erheblichen Kosten und Störungen in etablierten Lieferketten führen. Beispielsweise führen laut unserer Statistik 87 % der Unternehmen in der Baubranche Großbritanniens interne Audits durch, aber nur 53 % überprüfen ihre eigenen Lieferanten. Durch diese Lücken können Einkäufer und Lieferanten gleichermaßen Risiken und Reputationsschäden ausgesetzt sein.

Wir arbeiten hart daran, KMU bei der Verbesserung und dem Vergleich ihrer Leistung zu unterstützen und so greifbare Belege für die Auswahl im Rahmen von Projektausschreibungen bereitzustellen. Durch strenge Lieferantenaudits helfen wir z. B., das Risiko zu reduzieren und damit die Erfolgsaussichten zu verbessern. In der Tat besteht bei Unternehmen, die wir einem Audit unterzogen haben, eine um durchschnittlich 40 % geringere Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Unfall im Sinne der Verordnung über Verletzungen, Krankheiten und gefährliche Vorkommnisse (Reporting of Injuries, Diseases and Dangerous Occurrences Regulations, RIDDOR) kommt, ein Aspekt, der zu den wichtigsten Erwägungen von Beschaffungsexperten gehört und ein entscheidender Faktor bei der Vertragsvergabe sein kann.

 

Datenbasierte Einblicke

Neben unserer Unterstützung von Lieferanten machen wir unsere Daten auch für Einkäufer leicht zugänglich und ermöglichen ihnen so fundierte Entscheidungen bei der Vergabe von Projekten und Geldmitteln. Unsere intelligenten, datenbasierten Einblicke helfen Auftragnehmern, Lieferkettenrisiken zu erkennen und zu bewältigen, die ihre Rentabilität und Reputation beeinträchtigen könnten. Jedes Jahr verhelfen wir beispielsweise der britischen Energieversorgerbranche zu Einsparungen in Höhe von 30 Mio. allein bei der Lieferantenqualifizierung.

Die durch diese Art von Daten ermöglichte Transparenz kann außerdem das Vertrauen von Investoren in die langfristige Realisierbarkeit von Projekten stärken. So legt eine der acht grundlegenden Empfehlungen eines Berichts des Institute of Civil Engineers nahe, dass die Bereitstellung von zusätzlichen Analysen und Informationen zum Risiko und zur Realisierbarkeit von Projekten künftig dazu dienen könnte, die Investorengemeinschaft und den Aufbau von nachhaltigen Finanzmodellen für die Zukunft zu unterstützen. Indem wir dabei helfen, die Leistung und Qualifikationen von Lieferanten zu verbessern, und indem wir Einkäufer mit einzigartigen Daten und Einblicken versorgen, verfolgen wir das Ziel, alle Akteure – ob groß oder klein und unabhängig von ihrer Position in der Lieferkette – zu unterstützen. Während wir die durch den Schatzkanzler unlängst angekündigten Investitionspakete für Infrastruktur begrüßen, drängen wir aber auch darauf, dass die notwendigen gegenseitigen Kontrollen in der Beschaffung stattfinden. Nur so kann die Regierung gewährleisten, dass die verbundenen Risiken und Kosten minimiert werden und der größtmögliche Nutzen für britische Unternehmen erzielt werden kann.

 

 

[1] Die neue Steuer für digitale Services gilt zum Beispiel nur für Unternehmen, deren weltweiter Umsatz 500 Mio. £ übersteigt


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