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Vom Spielfeld zum Einkauf: Was uns Fußball über Lieferkettenrisiken lehren kann

Vom Spielfeld zum Einkauf: Was uns Fußball über Lieferkettenrisiken lehren kann

Auf den ersten Blick gehören Lieferketten und Fußball nicht wirklich in denselben Satz.

Bei dem einen geht es um Lieferanten, Logistik und die Aufrechterhaltung der Produktion. Bei dem anderen um Tore, Taktik und gelegentliche Last-Minute-Dramen, die Fans den Verstand rauben. Doch wenn man betrachtet, wie sich beide Systeme unter Druck tatsächlich verhalten, ergibt der Vergleich deutlich mehr Sinn, als man erwarten würde.

Beide sind vernetzte Systeme. Beide sind auf Timing angewiesen. Und bei beiden haben kleine Probleme die Angewohnheit, zu deutlich größeren Problemen zu werden, wenn man nicht aufpasst.

Es ist selten nur eine Sache

Im Fußball erklärt man eine Niederlage oft mit etwas Einfachem: Die Abwehr war nicht auf der Höhe. Der Stürmer hat Chancen vergeben. Das Team hat im Mittelfeld die Kontrolle verloren.

Doch jeder, der genug Fußball gesehen hat, weiß, dass es selten so eindeutig ist. Ein Spiel kippt meist aufgrund eines kleinen Moments, der alles andere verändert. Ein verpasster Zweikampf, eine leichte Verschiebung in der Positionierung, eine Verletzung, mit der niemand gerechnet hat. Lieferketten funktionieren auf ähnliche Weise. Eine verspätete Lieferung ist nie nur eine verspätete Lieferung. Sie wird zu einer Produktionsverzögerung, dann zu einem Planungsproblem und möglicherweise sogar zu einer Kundenbeeinträchtigung. Wenn man das eigentliche Problem bemerkt, hat es sich meist bereits durch mehrere Ebenen bewegt. Das Tückische ist, dass die ursprüngliche Ursache und die größte Auswirkung oft nicht am selben Ort liegen.

Das Problem der verborgenen Abhängigkeiten

Sowohl Fußballmannschaften als auch Lieferketten hängen von weit mehr ab, als man auf den ersten Blick sieht. Ein Stürmer mag die Schlagzeilen bekommen, aber seine Leistung hängt von der Unterstützung im Mittelfeld, der defensiven Stabilität und der Gesamtstruktur des Teams ab. Nimmt man ein Element weg, fühlt sich das gesamte System anders an. In Lieferketten mag das Endprodukt bei einem Unternehmen liegen, aber es hängt von einer langen Kette von Lieferanten ab, an die die meisten Menschen nie denken. Und in diesen verborgenen Ebenen liegt oft das eigentliche Risiko.

Dort gehen die Dinge tendenziell schief. Nicht auf der sichtbaren Ebene, sondern einige Schritte tiefer, wo die Transparenz abnimmt und Annahmen die Oberhand gewinnen.

Wenn eine Veränderung alles in Bewegung setzt

Eine der interessanteren Gemeinsamkeiten ist, wie schnell sich beide Systeme anpassen müssen, wenn sich etwas ändert. Im Fußball kann eine rote Karte oder eine Verletzung eine komplette taktische Umstellung erzwingen. Plötzlich verteidigt das Team tiefer, greift anders an oder formt die gesamte Aufstellung um.

Lieferketten reagieren auf sehr ähnliche Weise, wenn etwas zusammenbricht. Ein Lieferantenproblem kann bedeuten, dass man den Anbieter wechselt, die Logistik umleitet, die Produktion anpasst oder Lagerbestände länger als geplant hält.

Die Herausforderung besteht nicht nur darin zu reagieren. Es geht darum zu reagieren, ohne die Kontrolle über das gesamte System zu verlieren. Denn sobald zu viele Dinge gleichzeitig anfangen sich zu ändern, sinkt die Effizienz rapide.

Entscheidungen in Echtzeit

Eine weitere gemeinsame Realität ist Zeitdruck. Trainer erhalten während eines Spiels keine perfekten Informationen. Sie treffen Entscheidungen, während das Spiel noch läuft. Sie passen sich an das an, was sie sehen, nicht an das, was sie sich wünschen würden, später analysieren zu können.

Lieferkettenteams arbeiten oft auf dieselbe Weise, insbesondere während Störungen. Es gibt selten einen Moment, in dem alle Informationen vollständig und übersichtlich vorliegen. Wechselt man den Lieferanten. Wartet man ab. Leitet man um. Nimmt man die Verzögerung in Kauf. Es gibt meist keine perfekte Antwort. Nur bessere oder schlechtere Entscheidungen je nach Timing. Und Timing ist oft genauso wichtig wie Genauigkeit.

Warum manche Systeme besser mit Chaos umgehen

Die stärksten Fußballmannschaften sind nicht immer diejenigen mit dem meisten Talent auf dem Papier. Es sind diejenigen, die organisiert bleiben, wenn es chaotisch wird. Sie passen sich an, ohne in Panik zu geraten. Bei Lieferketten ist es nicht anders. Die resilientesten Organisationen sind nicht nur effizient. Sie verstehen ihr Netzwerk gut genug, um zu reagieren, wenn etwas Unerwartetes passiert, ohne die Kontrolle über alles andere zu verlieren. Das funktioniert nur wirklich, wenn man Einblick in das hat, was über die unmittelbaren Lieferanten hinaus geschieht.

Das System klar erkennen

Hier wird Transparenz in der Lieferkette mehr als nur ein Schlagwort: Bei Achilles konzentrieren wir uns darauf, Organisationen zu helfen, ihre Lieferantennetzwerke über die Oberfläche hinaus zu verstehen. Nicht nur, von wem sie direkt kaufen, sondern auch, was hinter diesen Lieferanten steht.

Denn die meisten Störungen beginnen nicht dort, wo man sie zuerst bemerkt. Sie beginnen tiefer in der Kette, wo die Dinge schwerer zu erkennen sind. Und wenn sie die Oberfläche erreichen, haben sie sich meist bereits ausgebreitet.

Die einfache Erkenntnis

Fußball und Lieferketten sind offensichtlich sehr unterschiedliche Welten. Das eine ist ein Sport. Das andere ist globale Infrastruktur. Aber die Art und Weise, wie sie sich unter Druck verhalten, ist überraschend ähnlich.

Beide basieren auf Verbindungen. Beide reagieren empfindlich auf kleine Veränderungen. Und beide können stabil aussehen, bis zu dem Moment, in dem sich etwas verschiebt und alles sich anpassen muss. Der Unterschied zwischen Teams oder Unternehmen, die gut zurechtkommen, und denen, die Schwierigkeiten haben, liegt meist nicht darin, ob Störungen auftreten.

Sondern darin, ob man sie früh genug erkennt, um etwas dagegen zu unternehmen.

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