Fünf Risikobereiche in der Lieferkette

Article by Achilles

Wetter, Politik, Wirtschaft, Compliance und Reputation sind fünf wesentliche Risikobereiche in der Lieferkette, die effektiv verwaltet werden müssen.

Der FM Global Resilience Index 2014 nannte jetzt die Dominikanische Republik, Bolivien und Venezuela als die drei Länder mit dem größten Risiko für Lieferketten.

Diese Staaten sind natürlichen Gefahren ausgesetzt, haben ein überdurchschnittlich hohes politisches Risiko sowie wirtschaftliche Schwierigkeiten. Daher bieten sie geringe Resilienz; Unternehmen mit Lieferantennetzen in diesen Ländern sind anfällig für Störungen und finanzielle Verluste.

Einkäufer müssen wissen, wer an der Lieferkette beteiligt ist, und Risikobereiche ermitteln. Achilles kann dabei helfen – mit seinen Lösungen für Lieferantenmanagement und Lieferketten-Mapping. Im gegenwärtigen Umfeld gibt es fünf wesentliche Gefahren für Organisationen, die angemessen verwaltet werden müssen, um die Resilienz der Lieferkette zu stärken.

1. Wetter

Naturkatastrophen stellen eine massive Bedrohung für Lieferketten dar und können ganze Branchen zerstören, wenn Produktionszentren von Bränden, Überschwemmungen oder Erdbeben betroffen sind. Die Kfz-Branche lernte diese Lektion, als Japan von einem Erdbeben und Tsunami heimgesucht wurde. Da die Fertigung von Autoteilen größtenteils dort angesiedelt war, wurde die Versorgung mit Bauteilen bei einigen in den USA hergestellten Marken unterbrochen. Auch bei Unternehmen wie Toyota und Honda litt die Fertigung. Dies änderte die Dynamik in der Kfz-Branche – Verbraucher wandten sich anderen Marken zu.

Das Problem mit Naturkatastrophen ist, dass sie schwer vorhersagbar sind. Während bestimmte Länder ein größeres Risiko haben als andere, zeigen die jüngsten globalen Ereignisse, dass keine Region völlig immun ist. Wichtig ist, dass Einkäufer dieses Risiko durch breitgefächerte Beschaffung einschränken. Das bedeutet: Wenn eine Region betroffen ist, kann die Lieferkette in ein anderes Zentrum umgeleitet werden.

2. Politik

Politische Instabilität ist eine große Gefahr für die Resilienz: Heute sind die Geschäftsbeziehungen noch gut, morgen wird der Handel eingefroren. Die Krise in der Ukraine und der arabische Frühling haben gezeigt, wie schnell politische Systeme in Gefahr geraten oder zusammenbrechen. Und wenn das geschieht, sind auch Lieferketten betroffen. Grenzüberschreitende Geschäfte sind nicht nur generell schwieriger – wenn ein Land in politische Spannungen verwickelt ist, können Streiks und Arbeitsniederlegungen den Handel massiv stören.

Bei der Auswahl von Lieferanten müssen Einkäufer berücksichtigen, ob und wie diese Firmen einem politischen Risiko ausgesetzt sind. Außerdem müssen sie darüber nachdenken, wie sich die politische Dynamik langfristig entwickeln könnte. Besteht beispielsweise die Möglichkeit einer politischen Revolution oder eines Umschwungs von links nach rechts? Welche Art von Handelspolitik ist unter den nächsten Regierungen zu erwarten?

3. Wirtschaft

Die Finanzkrise und die unterschiedlichen Strategien für eine Erholung, die in aller Welt verfolgt wurden, haben die untrennbare Beziehung zwischen Volkswirtschaften und Lieferketten aufgezeigt. Tom Teixeira, Leiter für integriertes Risikomanagement bei der Willis Group, sagte gegenüber der Zeitschrift Risk Management: „Wirtschaftliche Probleme in einer Region könnten zur Pleite eines wichtigen alleinigen Lieferanten führen – oder noch schlimmer, eines einzigartigen Lieferanten, beispielsweise einer winzigen Firma, die den Wirkstoff für bestimmte Arzneimittel liefert.

Wenn diese Firma über Nacht untergeht, können die Folgen immens sein. Vielleicht findet man einen anderen Lieferanten, aber nur, wenn er von der FDA zugelassen ist. Falls nicht, könnte es 18 Monate dauern, bis eine Alternative gefunden ist.“

Zinssätze und Wechselkurse wirken sich ebenfalls auf das Risikoniveau aus. Unternehmen sollten stets die langfristige Geldpolitik eines Landes berücksichtigen.

4. Compliance

Vorschriften im Zusammenhang mit Lieferketten werden zunehmend robust und komplex, insbesondere bei globalen Netzwerken. Unternehmen müssen sich einen Weg durch die Gesetze verschiedener Länder bahnen und sicherstellen, dass alle Lieferanten in ihrer Kette legal arbeiten. Wenn eine Firma gegen das Gesetz verstößt, können die Auswirkungen erheblich sein. Und Compliance dreht sich nicht nur um den Handel. Nachhaltigkeitsziele, die von Organisationen wie der EU festgelegt werden, verlangen von Einkäufern sicherzustellen, dass ihre Geschäftspartner umweltfreundlich arbeiten.

5. Reputation

Eng verknüpft mit den oben genannten Aspekten: Wenn bekannt wird, dass Lieferanten die Vorschriften missachten, besonders in den Bereichen Nachhaltigkeit und Menschenrechte, kann dies dem Ruf von Einkäufern erheblich schaden. Sie müssen strikte Regeln setzen und sicherstellen, dass alle Unternehmen, mit denen sie zusammenarbeiten, diese befolgen. Das kann schwierig sein, wenn ein Lieferant Tausende Kilometer entfernt ist. Daher sind Due-Diligence-Maßnahmen unverzichtbar, bevor man eine Geschäftsbeziehung eingeht. Wenn die Arbeitsweisen einer Firma Sie beunruhigen, lohnt sich das Risiko nicht.



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