{"id":15927,"date":"2022-07-28T20:03:00","date_gmt":"2022-07-28T17:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/uat.achilles.com\/unkategorisiert\/faqs-unternehmerische-sorgfaltspflicht-im-bereich-der-nachhaltigkeit\/"},"modified":"2023-12-11T15:25:02","modified_gmt":"2023-12-11T12:25:02","slug":"faqs-unternehmerische-sorgfaltspflicht-im-bereich-der-nachhaltigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achilles.com\/de\/industry-insights\/faqs-unternehmerische-sorgfaltspflicht-im-bereich-der-nachhaltigkeit\/","title":{"rendered":"FAQs: Unternehmerische Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit"},"content":{"rendered":"<h4>Am 23. Februar 2022 hat die Europ\u00e4ische Kommission den Entwurf einer Richtlinie zur <a href=\"https:\/\/www.achilles.com\/product\/ethical-busines\/\">unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit ver\u00f6ffentlicht<\/a>. Der Zweck dieses Vorschlags ist die F\u00f6rderung von nachhaltigem und verantwortungsvollem Unternehmensverhalten in allen globalen Lieferketten und Wirtschaftsbereichen.<\/h4>\n<h4>Unternehmen werden dabei eine Schl\u00fcsselrolle spielen, da sie verpflichtet werden, F\u00e4lle unethischen Gesch\u00e4ftsverhaltens im Rahmen ihrer T\u00e4tigkeit zu erkennen und zu minimieren, wie z. B. Kinderarbeit und Ausbeutung von Arbeitnehmern. In diesem Blogbeitrag befassen wir uns mit den am h\u00e4ufigsten gestellten Fragen in Bezug auf die Bedeutung des Entwurfs in der Praxis und die m\u00f6glichen Implikationen f\u00fcr Unternehmen, wenn dieser n\u00e4chstes Jahr in Kraft tritt.<\/h4>\n<h4>1 \u2013 Was umfasst der Entwurf einer Richtlinie zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit?<\/h4>\n<p>Umwelt-, Sozial- und Governance-Probleme (\u201eESG\u201c = Environmental, Social and Governance) sind zu einem enorm wichtigen Thema f\u00fcr global t\u00e4tige Unternehmen und Regierungen geworden. \u00dcberall auf der Welt wird der Ursprung der Lieferketten (das \u201eWie\u201c und nicht nur das \u201eWas\u201c) immer genauer unter die Lupe genommen, da dubiose Praktiken und kleine M\u00e4rkte f\u00fcr wichtige Rohstoffe durch den zunehmenden Druck von Aktion\u00e4ren, Regierungen, Interessengruppen und der breiten \u00d6ffentlichkeit aufgedeckt werden. Die Zunahme der sogenannten \u201eGreenwashing\u201c-Klagen, wie k\u00fcrzlich bei H&amp;M, KLM und Ryanair, bedeutet, dass es ein erhebliches Unternehmensrisiko darstellt, wenn ein Unternehmen in Bezug auf ESG-Aspekte \u00fcbertriebene oder falsche Angaben macht. Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit Greenwashing \u2013 bei denen es um vage, ungenaue, \u00fcberholte, unbegr\u00fcndete oder falsche Erkl\u00e4rungen \u00fcber die T\u00e4tigkeiten oder Produkte eines Unternehmens geht \u2013 stellen einen Trend dar, der unseres Erachtens stark zunehmen wird.<\/p>\n<p>Die bedeutendste \u00c4nderung in diesem schnelllebigen Bereich ist der Richtlinienentwurf der Europ\u00e4ischen Kommission zur unternehmerischen Sorgfaltspflicht im Bereich der Nachhaltigkeit (\u201edie Richtlinie\u201c). Dieser Entwurf wurde am 23. Februar 2022 ver\u00f6ffentlicht und \u2013 obwohl \u00c4nderungen vor der gesetzlichen Verabschiedung m\u00f6glich sind \u2013 sieht wesentliche \u00c4nderungen im Bereich der Menschenrechte und umweltbezogenen Sorgfalt f\u00fcr Lieferketten in der ganzen Welt f\u00fcr die betreffenden Unternehmen vor.<\/p>\n<p>Die vorgeschlagene Richtlinie ist breit gesteckt und hat Auswirkungen auf drei unterschiedliche Unternehmenskategorien, die von der Kommission wie folgt festgelegt wurden:&nbsp; Gruppe 1: Gro\u00dfe EU-Gesellschaften mit beschr\u00e4nkter Haftung. Laut EK werden ca. 9.400 Unternehmen in diese Kategorie fallen. Um Gruppe 1 anzugeh\u00f6ren, muss die Gesellschaft ihren Sitz in der EU haben, mindestens 500 Arbeitnehmer besch\u00e4ftigen und einen weltweiten Nettoumsatz von mindestens 150 Mio. Euro aufweisen. Gruppe 2: Gesellschaften, der ca. 3.400 Gesellschaften in sogenannten \u201eHigh Impact\u201c-Sektoren angeh\u00f6ren. Weitere Kriterien f\u00fcr eine Gesellschaft der Gruppe 2 sind mindestens 250 Arbeitnehmer und ein weltweiter Nettoumsatz von mindestens 40 Mio. Euro. Diese Gesellschaften m\u00fcssen au\u00dferdem in definierten \u201eHigh-Impact-Sektoren\u201c t\u00e4tig sein, die laut der Europ\u00e4ischen Kommission \u201eTextilien, Landwirtschaft und Mineralgewinnung\u201c einschlie\u00dfen. In Anbetracht des mit diesen Gesellschaften verbundenen hohen Risikos wird vorgeschlagen, dass die Bestimmungen der Richtlinie \u201ezwei Jahre sp\u00e4ter in Kraft treten als die Bestimmungen f\u00fcr Gesellschaften der Gruppe 1\u201c. Gruppe 3 enth\u00e4lt Nicht-EU-Gesellschaften, die in der EU gewerblich t\u00e4tig sind und einen Umsatz bis zum relevanten Schwellenwert in der EU erwirtschaften. Die Richtlinie gilt nicht f\u00fcr kleine und mittlere Unternehmen (KMU), jedoch k\u00f6nnen diese unter Umst\u00e4nden \u201eindirekt\u201c von verschiedenen Bestimmungen der Richtlinie betroffen sein.<\/p>\n<p>Die Richtlinie ist wahrscheinlich die schlagzeilentr\u00e4chtigste \u00c4nderung, der andere L\u00e4nder folgen werden, weil ESG-Aspekte zunehmend gesch\u00e4ftskritisch werden. In den USA arbeitet das Investment Committee der Securities and Exchange Commission (SEC) zurzeit an Vorschl\u00e4gen zur Einrichtung eines ESG-Offenlegungsrahmens, der f\u00fcr in den USA t\u00e4tige Unternehmen weitreichende Konsequenzen haben k\u00f6nnte. In anderen L\u00e4ndern wie z.&nbsp;B. Frankreich werden von Unternehmen in zunehmendem Ma\u00dfe freiwillig entsprechende Verhaltenskodexe eingef\u00fchrt.<\/p>\n<h4>2 \u2013 Inwieweit unterscheidet sich dies vom Modern Slavery Act im Vereinigten K\u00f6nigreich?<\/h4>\n<p>Der britische Modern Slavery Act (MSA) wurde als Goldstandard f\u00fcr den Schutz vor den schwersten Bedrohungen und Verst\u00f6\u00dfen gegen die Menschenrechte gepriesen. Die Richtlinie der Europ\u00e4ischen Kommission geht weit dar\u00fcber hinaus, st\u00e4rkt die Bedeutung des MSA und k\u00f6nnte potenziell global angewendet werden. Sie wirkt sich auf alle Ebenen der Lieferkette aus, d.&nbsp;h. vom Rohmateriallieferanten bis hin zum Endh\u00e4ndler. Die Richtlinie f\u00fchrt neue Hilfsmittel ein, wie \u00dcberwachung, Geldbu\u00dfen, Entschuldigungen, Schadenersatz und Anordnungen zur Verhaltens\u00e4nderung. Im Unterschied zum MSA gilt sie f\u00fcr alle Unternehmen, die gewinnbringend in der EU t\u00e4tig sind.<\/p>\n<h4>3 \u2013 Auf welchen Normen oder Anforderungen basiert die Gesetzgebung?<\/h4>\n<p>Die Richtlinie basiert teilweise auf der Rechtsstudie des British Institute of International and Comparative Law aus dem Jahr 2020, die von der EU in Auftrag gegeben wurde. Obwohl sich die Richtlinie u.&nbsp;a. an die UN-Leitprinzipien f\u00fcr Wirtschaft und Menschenrechte (United Nations Guiding Principles on Business and Human Rights, UNGP) anlehnt, wurde kritisiert, dass sie nicht weit genug gefasst ist. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die Bedenken, dass die Richtlinie in einigen Bereichen nicht \u00fcber jetzige Normen wie die UNGP hinausgeht und dass sie nicht die gesamte Lieferkette abdeckt (Ausschluss von KMU).<\/p>\n<h4>4 \u2013 Welche Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen wir ergreifen, um zu verdeutlichen, dass wir die Verpflichtungen erf\u00fcllen?<\/h4>\n<p>Die Kommission hat zum Ausdruck gebracht, dass betroffene Unternehmen eine Reihe neuer Verpflichtungen erf\u00fcllen m\u00fcssen, darunter:<\/p>\n<ul>\n<li>Aufnahme der Sorgfaltspflicht in die Unternehmensrichtlinien<\/li>\n<li>Ver\u00f6ffentlichung von Stellungnahmen zu den Sorgfaltspr\u00fcfungsverfahren<\/li>\n<li>Proaktive \u00dcberwachung (z.&nbsp;B. durch einen Aktionsplan) und Identifikation tats\u00e4chlicher oder potenziell negativer Auswirkungen der Unternehmenst\u00e4tigkeit auf Menschenrechte und die Umwelt sowie deren Milderung<\/li>\n<li>Ergreifung von Schritten zur Verhinderung negativer Auswirkungen, die durch solche Unternehmenst\u00e4tigkeiten verursacht werden<\/li>\n<li>Einf\u00fchrung eines Beschwerdeverfahrens in Bezug auf Menschenrechte\/ESG<\/li>\n<\/ul>\n<p>Au\u00dferdem fallen \u00c4nderungskosten an und es muss sichergestellt werden, dass die eingef\u00fchrten \u00c4nderungen \u201evon Anfang an\u201c richtig umgesetzt werden.<\/p>\n<h4>5 \u2013 Die gesetzlichen \u00c4nderungen scheinen EU- oder l\u00e4nderspezifisch zu sein, gelten sie auch f\u00fcr britische Unternehmen?<\/h4>\n<p>Ja. Die Richtlinie gilt f\u00fcr Unternehmen, die innerhalb der EU verkaufen, und nicht nur f\u00fcr Unternehmen, die ihren Sitz in einem Mitgliedsstaat haben.<br \/>\nDie dritte Gruppe von Gesellschaften schlie\u00dft Unternehmen ein, die aktiv in der EU t\u00e4tig sind und einen Umsatz von mehr als 150 Mio. Euro oder zwischen 40 Mio. Euro und 150 Mio. Euro in der EU erwirtschaften, vorausgesetzt, dass mindestens die H\u00e4lfte dieses Umsatzes aus den \u201eHigh Impact\u201c-Sektoren stammt. Das bedeutet, dass eine Reihe britischer Unternehmen unter die Richtlinie f\u00e4llt und diese befolgen muss, um Sanktionen zu vermeiden. Auch wenn sich das Vereinigte K\u00f6nigreich nach dem Brexit nicht strikt an den Wortlaut des EU-Rechts halten muss, ist es wahrscheinlich, dass im Vereinigten K\u00f6nigreich ein \u00e4hnliches System eingef\u00fchrt werden muss, damit seine multinationalen Unternehmen in der EU die gleichen Bedingungen vorfinden.<br \/>\nM\u00f6glicherweise ben\u00f6tigt das Vereinigte K\u00f6nigreich eine \u00e4hnliche Aufsichtsbeh\u00f6rde wie die EU-Mitgliedsstaaten. Eine fehlende Abstimmung mit der EU k\u00f6nnte zu einer uneinheitlichen Umsetzung f\u00fchren und dazu, dass britische Unternehmen in bestimmten Mitgliedsstaaten gegen die Vorschriften versto\u00dfen, in anderen jedoch nicht, je nachdem, wie die Vorschriften in den einzelnen L\u00e4ndern umgesetzt werden. ESG-Probleme machen nicht an Grenzen halt, und dies ist ein gutes Beispiel daf\u00fcr, dass das Vereinigte K\u00f6nigreich weiterhin in den Bereich des EU-Rechts und der EU-Governance f\u00e4llt.<\/p>\n<h4>Eine ethische Lieferkette ist eine nachhaltige Lieferkette<\/h4>\n<p>Als Unternehmen wird von Ihnen erwartet, dass Sie sich sicherheitsbewusst, verantwortungsvoll und nachhaltig verhalten. Die Schaffung einer transparenten und partnerschaftlichen, auf kontinuierliche Sorgfaltsverbesserung ausgerichteten Lieferkette sollte f\u00fcr Unternehmen der erste Schritt sein, um zuk\u00fcnftige Bu\u00dfgelder und Rufsch\u00e4den zu vermeiden. Mithilfe unseres <a href=\"https:\/\/www.achilles.com\/ethical-business-programme\/\">Ethischen Gesch\u00e4ftsprogramms<\/a> k\u00f6nnen Unternehmen gew\u00e4hrleisten, dass s\u00e4mtliche Stakeholder internationales Recht und effiziente ESG-Verfahren befolgen und dass alle Arbeitnehmer im Einklang mit ihren Werten leben und arbeiten k\u00f6nnen.&nbsp;<a href=\"https:\/\/pages.achilles.com\/ethical-business-programme\">Bitten Sie um einen Anruf, um mehr zu erfahren<\/a>.<\/p>\n<p><em>Diese FAQs wurden von <\/em><a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/david-hansom-12123b34\/\"><em>David Hansom<\/em><\/a><em>, Partner &amp; Head of Procurement Law bei <\/em><a href=\"https:\/\/www.clydeco.com\/en\"><em>Clyde &amp; Co<\/em><\/a><em> zusammengestellt, der auf Aspekte des globalen Lieferketten-Managements und Beschaffung spezialisiert ist.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 23. 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