{"id":15909,"date":"2022-03-14T20:03:00","date_gmt":"2022-03-14T17:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/uat.achilles.com\/unkategorisiert\/fragen-sie-unsere-experten-wie-koennen-unternehmen-mit-den-russland-sanktionen-umgehen\/"},"modified":"2023-07-20T19:53:23","modified_gmt":"2023-07-20T16:53:23","slug":"fragen-sie-unsere-experten-wie-koennen-unternehmen-mit-den-russland-sanktionen-umgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achilles.com\/de\/industry-insights\/fragen-sie-unsere-experten-wie-koennen-unternehmen-mit-den-russland-sanktionen-umgehen\/","title":{"rendered":"Fragen Sie unsere Experten: Wie k\u00f6nnen Unternehmen mit den Russland-Sanktionen umgehen?"},"content":{"rendered":"<h4>Seit Hunderten von Jahren sind Sanktionen eine Strafma\u00dfnahme gegen \u00fcbergriffige Staaten.&nbsp; Angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine bleiben Sanktionen wohl weiterhin ein entscheidender Faktor bei der Reaktion der Weltgemeinschaft auf den Konflikt.<\/h4>\n<p>Doch was bedeutet dies f\u00fcr das Lieferkettenmanagement im Alltag?&nbsp; In diesem Beitrag mit Schwerpunkt auf britische Lieferketten bieten <a href=\"https:\/\/protect-eu.mimecast.com\/s\/aEWeC5816c2lOBGuz9DEG?domain=fieldfisher.com\">Andrew Hood<\/a>, Partner im Bereich internationaler Handel, und <a href=\"https:\/\/protect-eu.mimecast.com\/s\/vZM2C66zgFqWx5KS6ykd0?domain=fieldfisher.com\">Miguel Vaz<\/a>, Partner im Bereich Aufsichtsrecht und Handel bei der europ\u00e4ischen Anwaltskanzlei Fieldfisher, Einblicke f\u00fcr Unternehmen, die sich mit den t\u00e4glichen Auswirkungen dieser komplexen Herausforderung auseinandersetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<h4>Wann traten die Sanktionen gegen Russland in Kraft?<\/h4>\n<p>Obwohl britische Sanktionen gegen Russland bereits seit der Annexion der Krim im Jahr 2014&nbsp;in Kraft sind, traten die ersten britischen Sanktionen als Reaktion auf die aktuellen Milit\u00e4raktionen Russlands gegen die Ukraine am 22.&nbsp;Februar 2022&nbsp;in Kraft, als das Vereinigte K\u00f6nigreich Ma\u00dfnahmen zum Einfrieren von Verm\u00f6genswerten von f\u00fcnf russischen Banken und drei Einzelpersonen bekannt gab.<\/p>\n<p>In den Tagen vor und nach dem Einmarsch Russlands in die Ukraine am 24.&nbsp;Februar wurden weitere Sanktionen verh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Das Ausma\u00df und die Strenge der vom Vereinigten K\u00f6nigreich, der EU und den USA (und anderen L\u00e4ndern wie Kanada, Japan, Australien, S\u00fcdkorea und Taiwan) verh\u00e4ngten Sanktionen wurde versch\u00e4rft, und sie erstrecken sich nun auf eine ganze Reihe von Sektoren und Gesch\u00e4ftsfeldern. Weitere Ma\u00dfnahmen werden erwartet.<\/p>\n<h4>Inwiefern sind Unternehmen betroffen?<\/h4>\n<p>Die Sanktionen hindern Unternehmen nicht daran, Gesch\u00e4fte mit russischen Lieferanten oder Unternehmen zu t\u00e4tigen, aber sie verlangen von Unternehmen, dass sie die Regeln und Risiken ber\u00fccksichtigen und verstehen, damit sie nicht zu Sanktionsverst\u00f6\u00dfen verleitet werden.<\/p>\n<p>Unternehmen und Einzelpersonen aus dem Vereinigten K\u00f6nigreich m\u00fcssen die Sanktionsvorschriften des Vereinigten K\u00f6nigreichs einhalten (unabh\u00e4ngig davon, wo sie t\u00e4tig sind), und auch Unternehmen aus anderen L\u00e4ndern, die im Vereinigten K\u00f6nigreich t\u00e4tig sind, m\u00fcssen die Vorschriften befolgen.<\/p>\n<p>EU-Sanktionen gelten f\u00fcr alle Unternehmen mit Sitz in einem Mitgliedsstaat sowie f\u00fcr EU-B\u00fcrger und auch f\u00fcr Niederlassungen von EU-Unternehmen in Drittl\u00e4ndern und Nicht-EU-Unternehmen, die in der EU t\u00e4tig sind.<\/p>\n<p>Die US-Sanktionen sind in der Regel viel weiter gefasst. Sie entsprechen zwar dem Ansatz des Vereinigten K\u00f6nigreichs und der EU, k\u00f6nnen aber aufgrund des \u201elangen Arms\u201c der US-Sanktionen auch auf alle Transaktionen angewendet werden, bei denen die US-W\u00e4hrung im Spiel ist, oder auf Daten, die z.&nbsp;B. \u00fcber US-Server laufen.<\/p>\n<p>Ein Unternehmen mit Mitarbeitern unterschiedlicher Nationalit\u00e4ten und Tochtergesellschaften in verschiedenen L\u00e4ndern k\u00f6nnte daher feststellen, dass es einer Kombination von Sanktionsregelungen unterliegt.<\/p>\n<h4>Welche Sanktionen sind f\u00fcr britische Lieferketten am wichtigsten?<\/h4>\n<p>Wir alle sollten uns der Lage in der Ukraine und des daraus resultierenden Potenzials f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Cyberangriffe aus Russland bewusst sein&nbsp;\u2013 die US-Regierung hat Unternehmen aufgefordert, ihre Abwehrma\u00dfnahmen zu verst\u00e4rken. Abgesehen von der Kenntnis der spezifischen Gefahren f\u00fcr Sie und Ihre Lieferkette ist es entscheidend, sich weiterhin auf die Grundlagen der Cybersicherheit zu konzentrieren, statt panisch auf potenzielle Bedrohungen zu reagieren.<\/p>\n<p>Verschiedene L\u00e4nder und Organisationen haben Russland unterschiedliche Beschr\u00e4nkungen auferlegt. Zu den wichtigsten gemeinsamen Ma\u00dfnahmen, die das Vereinigte K\u00f6nigreich, die EU und die USA bisher (zum 7.&nbsp;M\u00e4rz 2022) ergriffen haben und die sich auf Lieferketten auswirken k\u00f6nnen, geh\u00f6ren folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Einfrieren von Verm\u00f6genswerten von Kunden oder Lieferanten, mit denen Sie ggf. Gesch\u00e4fte machen und\/oder von Banken, die Sie (oder die Mitglieder Ihrer Lieferkette) ggf. f\u00fcr Zahlungen nutzen.&nbsp;Selbst wenn die Firma Ihres russischen Lieferanten\/Kunden keinen Sanktionen unterliegt, k\u00f6nnen Sie keine Gesch\u00e4fte mit ihm machen, wenn diese im Besitz einer sanktionierten Person oder Einrichtung ist oder von einer solchen kontrolliert wird.<\/li>\n<li>Einschr\u00e4nkungen f\u00fcr Finanzdienstleistungen, einschlie\u00dflich des Ausschlusses bestimmter russischer Banken aus dem SWIFT-Zahlungssystem (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication).<\/li>\n<li>Verbot der Ausfuhr von Dual-Use-G\u00fctern (d.&nbsp;h. von Produkten, die sowohl f\u00fcr allt\u00e4gliche als auch f\u00fcr milit\u00e4rische Zwecke verwendet werden k\u00f6nnen und in der Regel mit einer Ausfuhrgenehmigung ausgef\u00fchrt werden d\u00fcrfen) nach Russland, einschlie\u00dflich zus\u00e4tzlicher US-Kontrollen f\u00fcr bestimmte G\u00fcter, die Produkte mit Ursprung in den USA betreffen.&nbsp;Es gibt auch Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr andere G\u00fcter, die von der russischen Energie-, Luft-, See- und Raumfahrtindustrie genutzt werden.<\/li>\n<li>Verbote f\u00fcr den Handel mit der Krim, Donezk und Luhansk, einschlie\u00dflich eines Einfuhrverbots f\u00fcr Waren.<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Was sind die wichtigsten Auswirkungen auf die Lieferketten?<\/h4>\n<p>Neben den offensichtlichen Auswirkungen auf die Materialbeschaffung oder die Belieferung von Kunden sind auch die Handelsrouten durch und um Russland unterbrochen, was bedeutet, dass es l\u00e4nger dauern kann, bis einige international gehandelte Produkte ihr Ziel erreichen.<\/p>\n<p>Unternehmen, die ausstehende Zahlungen an russische Lieferanten bzw. Kunden zu leisten oder von diesen zu erwarten haben, k\u00f6nnen die geschuldeten Betr\u00e4ge ggf. nicht \u00fcberweisen oder empfangen.<\/p>\n<p>Unternehmen, die Mitarbeiter in Russland besch\u00e4ftigen, m\u00fcssen dringend Ma\u00dfnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sie deren Geh\u00e4lter weiter zahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>Was sollten britische Unternehmen tun?<\/h4>\n<p>Um nicht unter die Sanktionen zu fallen, sollten britische Unternehmen&nbsp;\u2013 unabh\u00e4ngig davon, ob sie offensichtliche Verbindungen zu Russland haben oder nicht&nbsp;\u2013 Folgendes pr\u00fcfen:<\/p>\n<ul>\n<li>ob Sanktionen des Vereinigten K\u00f6nigreichs, der EU, der USA oder anderer L\u00e4nder je nach deren Nationalit\u00e4t und Standort auf ihre Mitarbeiter und B\u00fcros anwendbar sind;<\/li>\n<li>ob sie direkte Gesch\u00e4ftspartner wie Banken, Lieferanten, Kunden oder Vertriebsh\u00e4ndler mit Sitz in Russland oder Wei\u00dfrussland haben, und wenn ja, ob deren Verm\u00f6genswerte eingefroren wurden, da sie dies daran hindern wird, Zahlungen von Gesch\u00e4ftspartnern zu erhalten oder an sie zu leisten;<\/li>\n<li>ob ihre Transaktionen einen Bezug zu Russland haben, und wenn ja, ob sie von Beschr\u00e4nkungen f\u00fcr Verbindlichkeiten, Wertpapiere und Bankeinlagen betroffen sind;<\/li>\n<li>ob ihre Importe, Exporte oder Dienstleistungen von den neuen Beschr\u00e4nkungen des Handels mit Russland, Wei\u00dfrussland und den separatistischen Regionen der Ukraine betroffen sind oder davon betroffen sein werden;<\/li>\n<li>ob die neuen Sanktionen sie daran hindern, einen Vertrag weiter zu erf\u00fcllen, und was in diesen Vertr\u00e4gen \u00fcber ihr Recht steht, die Gesch\u00e4ftsbeziehung ohne Haftungsanspr\u00fcche oder ernsthafte rechtliche Konsequenzen auszusetzen oder zu beenden;<\/li>\n<li>ob sie \u00fcber die richtigen Compliance-Richtlinien verf\u00fcgen, um Gesch\u00e4fts- und Reputationsrisiken handzuhaben und den Beh\u00f6rden im Falle einer Pr\u00fcfung entgegenzukommen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Dieser Artikel wurde von <\/em><a href=\"https:\/\/protect-eu.mimecast.com\/s\/aEWeC5816c2lOBGuz9DEG?domain=fieldfisher.com\"><em>Andrew Hood<\/em><\/a><em>, Partner im Bereich internationaler Handel, und <\/em><a href=\"https:\/\/protect-eu.mimecast.com\/s\/vZM2C66zgFqWx5KS6ykd0?domain=fieldfisher.com\"><em>Miguel Vaz<\/em><\/a><em>, Partner im Bereich Aufsichtsrecht und Handel, bei der europ\u00e4ischen Anwaltskanzlei Fieldfisher, verfasst.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Hunderten von Jahren sind Sanktionen eine Strafma\u00dfnahme gegen \u00fcbergriffige Staaten.&nbsp; Angesichts des anhaltenden Konflikts zwischen Russland und der Ukraine bleiben Sanktionen wohl weiterhin ein entscheidender Faktor bei der Reaktion der Weltgemeinschaft auf den Konflikt. 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