{"id":15905,"date":"2022-02-28T20:03:00","date_gmt":"2022-02-28T17:03:00","guid":{"rendered":"https:\/\/uat.achilles.com\/unkategorisiert\/fragen-sie-unsere-experten-der-krieg-in-der-ukraine-und-sanktionen-gegen-russland\/"},"modified":"2023-07-21T07:11:52","modified_gmt":"2023-07-21T04:11:52","slug":"fragen-sie-unsere-experten-der-krieg-in-der-ukraine-und-sanktionen-gegen-russland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achilles.com\/de\/industry-insights\/fragen-sie-unsere-experten-der-krieg-in-der-ukraine-und-sanktionen-gegen-russland\/","title":{"rendered":"Fragen Sie unsere Experten: Der Krieg in der Ukraine und Sanktionen gegen Russland"},"content":{"rendered":"<h4>Da sich die Lage in der Ukraine im Februar 2022&nbsp;weiter zuspitzt, wird klar, dass die Auswirkungen auf die Lieferketten unabh\u00e4ngig von den tats\u00e4chlichen Entwicklungen der Krise schwerwiegend und potenziell verheerend sein werden.<\/h4>\n<p>Wir haben Experten aus der gesamten Branche eingeladen, um uns ihre ersten Ansichten \u00fcber die m\u00f6gliche Bedeutung der Krise mitzuteilen und Ratschl\u00e4ge bereitzustellen, damit Unternehmen angesichts der widrigen Umst\u00e4nde widerstandsf\u00e4hige Lieferketten aufbauen k\u00f6nnen. &nbsp;In der ersten Folge unserer Reihe \u201eFragen Sie unsere Experten\u201c befasst sich der Commodities-Analyst&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.linkedin.com\/in\/jasonkaplan\/\">Jason Kaplan<\/a>&nbsp;mit dem Ukraine-Krieg, den Auswirkungen der Sanktionen gegen Russland, m\u00f6glichen Preisspitzen im Energiebereich und Versorgungsunterbrechungen bei bestimmten wichtigen Metallen.<\/p>\n<h4>Was sind Ihre ersten Beobachtungen zu den Auswirkungen auf die Lieferkette nach den Ereignissen der letzten Tage?<\/h4>\n<p><strong>Jason Kaplan:<\/strong>&nbsp;Unterbrechungen der Lieferketten und Preisspitzen waren zu erwarten, da man bef\u00fcrchtete, dass sich der Konflikt ausweiten w\u00fcrde.&nbsp; Sobald der erste Schock abgeklungen ist und die Lieferketten auf Unterbrechungen \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen, rechne ich damit, dass die Preise wieder auf das vorherige Niveau zur\u00fcckkehren werden.&nbsp; Allerdings werden die Beeintr\u00e4chtigungen bei der Versorgung mit Gas oder bestimmten Metallen anhalten, was die Lieferketten unter Druck setzen und die Preise teilweise hoch halten wird.<\/p>\n<h4>Welche Lehren k\u00f6nnen wir aus der Vergangenheit ziehen, um eine weitere Unterbrechung der Lieferketten in einer Welt, in der diese immer noch fragil sind, zu verhindern?<\/h4>\n<p><strong>Jason Kaplan:<\/strong>&nbsp;Die Situation ist dynamisch und ungewiss, aber der Ukraine-Konflikt von 2014&nbsp;liefert uns etwas Kontext f\u00fcr m\u00f6gliche Auswirkungen.&nbsp; W\u00e4hrend die Versorgung mit Rohstoffen aus dem Land zun\u00e4chst beeintr\u00e4chtigt war, passten sich die Importeure an und wichen auf andere Quellen aus.&nbsp; Am deutlichsten wurde dies beim R\u00fcckgang der t\u00fcrkischen Stahleinfuhren aus der Ukraine, die durch Einfuhren aus Russland und China ersetzt wurden.<\/p>\n<p>Die Ukraine ist kein bedeutender Lieferant von sogenannten Hard Commodities.&nbsp; Bei Stahl zum Beispiel belegt die Ukraine seit der Annexion der Krim im Jahr 2014&nbsp;den 14.&nbsp;Platz unter den gr\u00f6\u00dften Stahlproduzenten.&nbsp; Angesichts der weltweiten \u00dcbersch\u00fcsse in der Stahlproduktion k\u00f6nnte diese Angebotsl\u00fccke durch andere Regionen kompensiert werden.&nbsp; Soft Commodities werden angesichts der Bedeutung von ukrainischem Weizen und Mais f\u00fcr den Weltmarkt eher ein Problem sein.<\/p>\n<h4>Die Situation entwickelt sich schnell, aber zu was raten Sie Unternehmen, die sich angesichts dieser Situation fragen, wie sie in diesen unsicheren Zeiten das Lieferkettenrisiko minimieren k\u00f6nnen?<\/h4>\n<p><strong>Jason Kaplan:<\/strong>&nbsp;Im Moment sind der Verlauf des Konflikts und die Ziele der Invasion unklar, ebenso wie die Reaktion anderer L\u00e4nder auf die Krise.&nbsp; Wie im Jahr 2014&nbsp;wird die Produktionsbasis erst nach Wiederherstellen der Stabilit\u00e4t in der Lage sein, sich anzupassen. Kunden werden die Auswirkungen erst dann verstehen.<\/p>\n<p>Mit Blick auf die Zukunft gehe ich davon aus, dass Rohstofff\u00f6rderung und Industrie in der Ukraine unabh\u00e4ngig vom Ausgang der Krise wieder einen gro\u00dfen Teil, aber nicht das gesamte fr\u00fchere Niveau erreichen werden. Die Abnehmer werden sich jedoch wahrscheinlich davor h\u00fcten, sich auf ukrainische Lieferanten zu verlassen, sodass die Bedeutung des ukrainischen Angebots weiter abnehmen wird. Auch der Bestimmungsort der Rohstoffe k\u00f6nnte sich \u00e4ndern, da China aus wirtschaftlichen und politischen Gr\u00fcnden einen gr\u00f6\u00dferen Anteil der ukrainischen Produktion abnehmen wird, insbesondere nachdem China zunehmend weniger von Australien bezieht.<\/p>\n<p>Noch problematischer k\u00f6nnte die Versorgung mit in der Lieferkette nachgelagerten Produkten sein, z.&nbsp;B. mit Automobilteilen.&nbsp; Multinationale Unternehmen werden ggf. feststellen, dass es ihnen verboten ist, in einem annektierten Land t\u00e4tig zu sein oder Produkte aus diesem zu beziehen, was die Produktion in der Ukraine beeintr\u00e4chtigen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die gr\u00f6\u00dften Auswirkungen d\u00fcrften die Sanktionen gegen Russland haben. Russische Rohstoffe und Produkte sind fester Bestandteil der globalen Lieferketten und die Sanktionen k\u00f6nnten dazu f\u00fchren, dass alternative Bezugsquellen gefunden werden m\u00fcssen.&nbsp; Bedenkt man dazu noch die Auswirkungen auf die Lieferketten, die in den letzten 24&nbsp;Monaten durch COVID-19 entstanden sind, k\u00f6nnte dies zu unvermeidlichen Problemen f\u00fcr Unternehmen f\u00fchren, die nur begrenzte Beschaffungsm\u00f6glichkeiten haben oder die Herkunft ihrer Lieferungen nicht kennen.<\/p>\n<h4>Welche Preisspitzen und Markttrends sollten wir abschlie\u00dfend in den kommenden Wochen und Monaten im Auge behalten?<\/h4>\n<p><strong>Jason Kaplan:<\/strong>&nbsp;F\u00fcr Europa d\u00fcrfte Energie die gr\u00f6\u00dfte Sorge sein.&nbsp; Die Gaspreise waren bereits erh\u00f6ht, was die Konsumausgaben unter Druck gesetzt und die Produktionskosten in die H\u00f6he getrieben hat.&nbsp; Jegliche Beschr\u00e4nkung der russischen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wsj.com\/articles\/war-ukraine-supply-chain-russia-oil-11645995369\">Gaslieferungen<\/a>&nbsp;\u2013 die 2021 etwa&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.bruegel.org\/2022\/02\/the-risks-for-russia-and-europe-how-new-sanctions-could-hit-economic-ties\/\">40&nbsp;% der EU-Gasimporte<\/a>&nbsp;ausmachten&nbsp;\u2013 wird zweifellos zu h\u00f6heren Energiekosten f\u00fchren, was wiederum die Inflation in die H\u00f6he treibt und der Wirtschaft schadet. Dies gibt tats\u00e4chlich Anlass zur Sorge.<\/p>\n<p>Rohstoffe auf Eisenbasis wie Stahl und Eisenerz sind wom\u00f6glich weniger problematisch.&nbsp; Die weltweiten Kapazit\u00e4ten sind ausreichend, es besteht sogar ein \u00dcberschuss und die Bezugsquellen k\u00f6nnen umgeschichtet werden, um einen Ausgleich zu schaffen.&nbsp; Allerdings k\u00f6nnten die Lieferketten noch etwas Zeit brauchen, um sich anzupassen.<\/p>\n<p>Problematischer sind aus Sicht der Lieferketten die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.supplychaindive.com\/news\/russia-invasion-ukraine-supply-chain-risks\/619393\/\">Sanktionen<\/a>&nbsp;gegen Russland.&nbsp; Neben Energietr\u00e4gern ist Russland ein Hauptlieferant von Metallen wie Nickel und Platin.&nbsp; Die Handelsfinanzierung ist bereits zum Problem geworden, da einige Institute bei der Finanzierung des Handels mit Russland zur\u00fcckhaltend sind, was den Export erschwert und verteuert.&nbsp; Die Entscheidung, einige russische Banken vom <a href=\"https:\/\/www.swift.com\/\">SWIFT<\/a>-Zahlungssystem auszuschlie\u00dfen, erschwert es den Unternehmen zus\u00e4tzlich, grenz\u00fcberschreitende Gesch\u00e4fte mit Russland zu t\u00e4tigen&nbsp;\u2013 selbst bei befreundeten L\u00e4ndern wie China.<\/p>\n<p>Es ist noch zu fr\u00fch, um die Auswirkungen der Krise zu analysieren.&nbsp; Vieles wird davon abh\u00e4ngen, wie gut sich die Lieferketten anpassen k\u00f6nnen, welche Sanktionen verh\u00e4ngt werden und welche wirtschaftlichen Auswirkungen die Krise hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn Sie sich Sorgen \u00fcber die Auswirkungen dieser Krise auf Ihr Unternehmen machen,&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.achilles.com\/de\/einkaufer-ruckruf\/\">wenden Sie sich an unser Expertenteam<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Da sich die Lage in der Ukraine im Februar 2022&nbsp;weiter zuspitzt, wird klar, dass die Auswirkungen auf die Lieferketten unabh\u00e4ngig von den tats\u00e4chlichen Entwicklungen der Krise schwerwiegend und potenziell verheerend sein werden. 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