{"id":15893,"date":"2021-01-19T20:02:00","date_gmt":"2021-01-19T17:02:00","guid":{"rendered":"https:\/\/uat.achilles.com\/unkategorisiert\/ist-nearshoring-ein-thema-fuer-sie-ein-datengestuetzter-ansatz\/"},"modified":"2023-07-22T14:39:18","modified_gmt":"2023-07-22T11:39:18","slug":"ist-nearshoring-ein-thema-fuer-sie-ein-datengestuetzter-ansatz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achilles.com\/de\/industry-insights\/ist-nearshoring-ein-thema-fuer-sie-ein-datengestuetzter-ansatz\/","title":{"rendered":"Ist Nearshoring ein Thema f\u00fcr Sie? Ein datengest\u00fctzter Ansatz"},"content":{"rendered":"<h4>Eine vor Kurzem durchgef\u00fchrte <a href=\"https:\/\/www.business.hsbc.com\/navigator\">Umfrage von HSBC<\/a> unter 10.000 Unternehmen in 39 L\u00e4ndern ergab, dass sich 93&nbsp;% der Firmen derzeit Sorgen um ihre Lieferketten machen. W\u00e4hrend der COVID-19-Pandemie haben wir zudem auch durchaus bedeutsame Herausforderungen f\u00fcr die globale Lieferketten erlebt. Diese Probleme haben vor allem drei Ursachen:<\/h4>\n<ul>\n<li>Starke Schwankungen bei der Nachfrage durch die wiederholte Verh\u00e4ngung und Lockerung von Lockdown-Ma\u00dfnahmen, die sich auf verschiedene Branchen ausgewirkt haben<\/li>\n<li>Unterbrechungen der Lieferkette aufgrund von Lockdowns sowie logistische Herausforderungen, insbesondere im Zusammenhang mit nachgeordneten Zulieferern<\/li>\n<li>Anhaltende finanzielle Herausforderungen angesichts der Cashflow-Probleme in vielen Unternehmen, gr\u00f6\u00dftenteils ausgel\u00f6st durch die beiden zuvor genannten Faktoren<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Zusammenhang mit geopolitischen Entwicklungen wie dem Brexit und Zollverhandlungen haben diese Probleme viele Unternehmen und deren Beschaffungsteams veranlasst, ihre Beschaffung und Lieferkettenstrukturen neu zu \u00fcberdenken. Sie haben erkannt, dass Agilit\u00e4t und Widerstandsf\u00e4higkeit in der Lieferkette entscheidende Wettbewerbsvorteile darstellen, die mit \u00fcber das \u00dcberleben im neuen wirtschaftlichen Umfeld entscheiden. Eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine erfolgreiche Ver\u00e4nderung ist der Zugang zu praxisrelevanten Daten, die zukunftssichere Erkenntnisse liefern.<\/p>\n<p>Im Rahmen solcher Ver\u00e4nderungen wird h\u00e4ufig auch das Nearshoring von Lieferkettenaktivit\u00e4ten in Betracht gezogen, um neue und bessere Strukturen aufzubauen. Eine solche Nahverlagerung k\u00f6nnte auch schlicht in der \u00dcbertragung von Gesch\u00e4ftsprozessen auf Unternehmen bestehen, die im gleichen Land wie Ihr Produktionsstandort oder in einem nahegelegenen Land angesiedelt sind.<\/p>\n<h4>Warum Nearshoring?<\/h4>\n<p>Das Nearshoring oder Regionalisieren von Lieferketten bietet eine Reihe potenzieller Vorteile. Wenn wir uns etwa \u00fcberlegen, wie ein Digital-First-Ansatz am besten mit Prozessflexibilit\u00e4t kombiniert werden kann, fallen die folgenden Pluspunkte auf:<\/p>\n<ul>\n<li>Bei angemessener Umsetzung wird die Lieferkette widerstandsf\u00e4higer \u2013 die Kosten im Zusammenhang mit Lieferkettenunterbrechungen sinken und die Gesch\u00e4ftsleistung wird optimiert. Nach einer aktuellen Studie des McKinsey Global Institute sind Lieferketten alle vier Jahre Unterbrechungen von einem Monat oder mehr ausgesetzt.<\/li>\n<li>Die p\u00fcnktliche Bereitstellung an Kunden wird optimiert \u2013 dies ist einer der wichtigsten Leistungsindikatoren in verschiedenen Branchen.<\/li>\n<li>Die Bereiche CO2-Bilanz und unternehmerische Gesellschaftsverantwortung (CSR) k\u00f6nnen davon profitieren, was den guten Ruf des Unternehmens f\u00f6rdert.<\/li>\n<li>Geringere Logistikkosten und mehr Flexibilit\u00e4t, die allerdings ggf. gegen h\u00f6here St\u00fcckkosten abgewogen werden m\u00fcssen.<\/li>\n<li>Geringere regulatorische und Compliance-Herausforderungen, beispielsweise beim Nearshoring an einen Standort innerhalb der EU (z. B. im Zusammenhang mit Gesetzen gegen moderne Sklaverei).<\/li>\n<li>Beschaffungsteams erwarten zunehmend digitale Risikol\u00f6sungen, die ihnen helfen, einen Mehrwert zu schaffen und wesentliche Aspekte ihrer strategischen Beschaffungs- und Lieferantenmanagementprozesse zu automatisieren. Diese senken die Personalkosten und verbessern die Mitarbeiterbindung. Beispielsweise wird die \u00dcberwachung von 30 Risikofaktoren bei allen Lieferanten ohne angemessene Daten und Technologien schnell unm\u00f6glich.<\/li>\n<li>Wenn dieser Aspekt beim Aufbau eines digitalen Zwillings zusammen mit den erg\u00e4nzenden Lieferantendaten Ihrer kritischen Lieferkette integriert wird, k\u00f6nnen Sie erste grundlegende Szenarienplanungen und Stresstests durchf\u00fchren. Beispielsweise k\u00f6nnen Sie ermitteln, was passiert, wenn die Produktionsanlagen eines wichtigen Lieferanten nicht mehr zur Verf\u00fcgung stehen, und welche Alternativen vorhanden sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Angemessene Nearshoring-Ma\u00dfnahmen, die Ihnen die notwendige Agilit\u00e4t und Reaktionsgeschwindigkeit im Umgang mit Kunden bieten, k\u00f6nnen enorm hilfreich sein. Inditex hat sich zu einem der erfolgreichsten Modeunternehmen der Welt entwickelt, und zwar mithilfe einer Nearshoring-Strategie, mit der das Unternehmen schnell auf Kundenanforderungen reagieren kann. In enger Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten sorgt Inditex daf\u00fcr, dass seine Modeartikel allen relevanten Due-Diligence-Anforderungen entsprechen, auch den anspruchsvollen Nachhaltigkeits- und Arbeitsschutzvorgaben des Unternehmens. Dabei stehen Menschenrechte und Transparenz stets im Vordergrund.<br \/>\nAuch Levi\u2019s hat vor Kurzem die Jeansproduktion standortnah ausgelagert. Die Bearbeitung von Distressed-Jeans wurde dabei voll automatisiert, und Laser ersetzen jetzt die schwere Handarbeit in Niedriglohnl\u00e4ndern. Gleichzeitig wird so auch der Kundenservice deutlich agiler.<br \/>\nDer taiwanesische Elektronikhersteller Pegatron hat seine Produktion von China in die Tschechische Republik verlegt. Ausl\u00f6ser f\u00fcr die Entscheidung waren Entwicklungen wie steigende Offshore-Arbeitsl\u00f6hne und schwankende Herstellungskosten, unzureichender Schutz von geistigem Eigentum und Technologie an Farshore-Standorten, Handelskriege und h\u00f6here Z\u00f6lle, der Trend hin zu individuellen Lieferungen am n\u00e4chsten Tag sowie der st\u00e4rker werdende Wunsch der Gesellschaft nach Nachhaltigkeit.<br \/>\nIm Oktober 2020 ergab eine Umfrage von Alvarez &amp; Marsal, dass rund 70 % der gro\u00dfen europ\u00e4ischen Einzelh\u00e4ndler ihre Lieferketten aufgrund von Schwachstellen \u00fcberpr\u00fcft haben, die w\u00e4hrend der Pandemie zutage getreten sind. 14 % der Firmen haben Onshoring-Ma\u00dfnahmen eingeleitet, nahezu ein Viertel haben mit Nearshoring-Schritten begonnen.<br \/>\nIn den letzten Jahren verzeichnen wir zudem eine st\u00e4rkere Streuung von Lieferkettenrisiken, beispielsweise durch die Verlagerung von Produktionselementen von China nach Vietnam. Dieser Trend trat zun\u00e4chst bei Bekleidung und Schuhen in Erscheinung, hat inzwischen aber auch den Hightech-Bereich erobert: Samsung ist heute f\u00fcr 25 % der Exporte aus Vietnam verantwortlich, und auch Intel hat seine gr\u00f6\u00dfte globale Chip-Fertigungsanlage dort angesiedelt.<\/p>\n<h4>Wo liegen die Risiken?<\/h4>\n<p>Um Verbesserungen der Lieferkettenresilienz \u2013 einschlie\u00dflich Nearshoring \u2013 zu erzielen, m\u00fcssen die folgenden Voraussetzungen erf\u00fcllt sein:<\/p>\n<ul>\n<li>Sie haben die Unterst\u00fctzung der Unternehmensleitung, damit ein angemessener funktions\u00fcbergreifender Ansatz sowie die entsprechenden Ziele und Ma\u00dfst\u00e4be gew\u00e4hrleistet sind.<\/li>\n<li>Ihre Entscheidungsfindung wird von den richtigen Risikomanagementkompetenzen, Lieferanten- und Lieferkettendaten sowie Softwarel\u00f6sungen unterst\u00fctzt.<\/li>\n<li>Sie verf\u00fcgen \u00fcber einen Pool pr\u00e4qualifizierter Lieferanten, die Ihren Anforderungen hinsichtlich CSR, Arbeitsschutz, Regelkonformit\u00e4t usw. gerecht werden, um die erforderliche Agilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten.<\/li>\n<li>Sie kennen Ihren geografischen Fu\u00dfabdruck und verf\u00fcgen \u00fcber eine angemessene Vielfalt innerhalb Ihrer Versorgungsbasis, einschlie\u00dflich der verschiedenen Ebenen Ihrer kritischen Lieferketten.<\/li>\n<li>Innerhalb der allgemeinen Segmente Ihrer Zuliefererbasis k\u00f6nnen Sie bei Bedarf eine auf einem Win-win-Ansatz basierende, kooperative Lieferantenbeziehung aufbauen, bei der Sie der Kunde erster Wahl sind.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Fragen Sie sich, ob Sie die relevanten Lieferantendaten zur Hand haben, um die Ver\u00e4nderungen in Ihrem Risikoprofil zu erkennen und schnell alternative Anbieter f\u00fcr das jeweilige Produkt zu finden.<\/p>\n<p>Das Nearshoring einer Aktivit\u00e4t allein bedeutet aber noch nicht automatisch eine Verminderung des Lieferkettenrisikos. Wenn Sie \u00fcber Nahverlagerung nachdenken, sollten die folgenden Aspekte ber\u00fccksichtigt werden:<\/p>\n<ul>\n<li>Der Lieferant oder seine Fertigungsst\u00e4tte k\u00f6nnten ein Risiko darstellen, z. B. wenn die Firma kurz vor dem finanziellen Scheitern steht oder ihre Arbeitsschutzpraktiken unzureichend sind.<\/li>\n<li>Entstehen durch das Nearshoring mehrerer Lieferanten neue Kumulrisiken, z. B. Abh\u00e4ngigkeit von einem bestimmten Hafen oder einer Region? Sorgen Sie f\u00fcr angemessene geografische Streuung.<\/li>\n<li>Ist die Lieferantenkapazit\u00e4t ausreichend? Stellen Sie sicher, dass angemessen qualifizierte Zweitlieferanten zur Verf\u00fcgung stehen.<\/li>\n<li>Wenn Sie eine neue Lieferantenbeziehung aufbauen, ist es wichtig, diese im Rahmen einer umfassenden Due-Diligence-Pr\u00fcfung zu analysieren.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einer der Hauptfaktoren f\u00fcr die Risikominderung ist die Verf\u00fcgbarkeit von Daten, die Ver\u00e4nderungen hinsichtlich der Risikosituation verdeutlichen und die notwendige proaktive Agilit\u00e4t erm\u00f6glichen, sowohl hinsichtlich der Lieferantenbeschaffung als auchdes Lieferantenmanagements.<br \/>\nIm nachstehenden Video erfahren Sie mehr \u00fcber Nearshoring auf der Grundlage einer datengest\u00fctzten Strategie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/player.vimeo.com\/video\/522562378?dnt=1&amp;app_id=122963\" width=\"500\" height=\"281\" frameborder=\"0\" allow=\"autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write\"><\/iframe><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine vor Kurzem durchgef\u00fchrte Umfrage von HSBC unter 10.000 Unternehmen in 39 L\u00e4ndern ergab, dass sich 93&nbsp;% der Firmen derzeit Sorgen um ihre Lieferketten machen. 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