{"id":15740,"date":"2014-07-18T20:01:00","date_gmt":"2014-07-18T17:01:00","guid":{"rendered":"https:\/\/uat.achilles.com\/unkategorisiert\/warum-transparenz-im-kampf-gegen-sklaverei-entscheidend-ist\/"},"modified":"2023-07-30T01:10:40","modified_gmt":"2023-07-29T22:10:40","slug":"warum-transparenz-im-kampf-gegen-sklaverei-entscheidend-ist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achilles.com\/de\/industry-insights\/transparenz-im-kampf-gegen-sklaverei-entscheidend\/","title":{"rendered":"Warum Transparenz im Kampf gegen Sklaverei entscheidend ist"},"content":{"rendered":"<p>Um gegen Sklaverei vorzugehen, brauchen Unternehmen eine umfassende Sicht ihrer Lieferkette.<\/p>\n<p>Offiziell mag die Sklaverei zwar l\u00e4ngst abgeschafft sind, doch in der globalen Lieferkette kommt es noch immer zu Menschenrechtsverletzungen.<\/p>\n<p>\u201eDie traurige Wahrheit ist, dass wir zur heutigen Zeit noch immer \u00fcber die Versklavung von Menschen sprechen\u201c, schrieb das Chartered Institute of Purchasing and Supply (CIPS) in einem Blog.<\/p>\n<p>Der Begriff Sklaverei bezeichnet die Behandlung anderer Menschen, als seien sie \u201eEigentum\u201c. Die Menschenrechtsorganisation Walk Free Foundation definiert dies als \u201eetwas, das gekauft, verkauft, gehandelt oder sogar zerst\u00f6rt\u201c werden kann.<\/p>\n<p>Zwangsarbeit und Menschenhandel werden ebenfalls oft als Sklaverei bezeichnet, doch es gibt subtile Unterschiede. Ersteres bezieht sich auf Arbeiten, die beispielsweise durch Drohungen oder N\u00f6tigung erzwungen werden, w\u00e4hrend Letzteres den Prozess beschreibt, bei dem Menschen durch T\u00e4uschung, Bedrohung oder N\u00f6tigung zu Sklaverei, Zwangsarbeit oder anderen schweren Formen der Ausbeutung gezwungen werden.<\/p>\n<p>Alle beschriebenen Praktiken versto\u00dfen gegen die Menschenrechte und k\u00f6nnen durch verantwortungsbewusste Auftragsvergabe verhindert werden. Entscheidend hierf\u00fcr sind transparente Lieferketten sowie Lieferketten-Mapping.<\/p>\n<h4>Das Ausma\u00df moderner Sklaverei<\/h4>\n<p>Nach Sch\u00e4tzungen der Walk Free Foundation leben 29,8&nbsp;Millionen Menschen in moderner Sklaverei. Diese Zahl umfasst rund 5.000 Menschen in Gro\u00dfbritannien, die beispielsweise in der Bekleidungs- oder Lebensmittelproduktion arbeiten.<\/p>\n<p>Einer der j\u00fcngsten bekanntgewordenen F\u00e4lle von Ausbeutung war die Versklavung von Migranten in der thail\u00e4ndischen Fischereibranche, deren Produkte auch in Gro\u00dfbritannien verkauft werden. Die Tageszeitung \u201eThe Guardian\u201c meldete, dass rund 650.000 Sklaven im thail\u00e4ndischen Meeresfr\u00fcchtesektor arbeiten, die meisten davon Migranten, die aus Nachbarl\u00e4ndern nach Thailand geschmuggelt wurden.<\/p>\n<p>Nach den Enth\u00fcllungen untersuchen die USA inzwischen die M\u00f6glichkeit, Thailand auf ihre schwarze Liste zu setzen, um zu zeigen, dass Sklaverei nicht akzeptabel ist.<\/p>\n<h4>Sklaverei und Gro\u00dfbritannien<\/h4>\n<p>Die britische Regierung bem\u00fcht sich, die moderne Sklaverei auszumerzen, und brachte am 10.&nbsp;Juni ihr Gesetz gegen moderne Sklaverei vor dem Unterhaus ein.<\/p>\n<p>Die Gesetzesvorlage gibt den Strafverfolgungsbeh\u00f6rden die Befugnis, hart gegen Ausbeutung vorzugehen. Reformen sollen sicherstellen, dass die Verantwortlichen angemessen bestraft werden \u2013 so sind auch lebenslange Haftstrafen vorgesehen.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sollen neue Verf\u00fcgungen eingef\u00fchrt werden, damit Gerichte besser in der Lage sind, Personen bestimmte Beschr\u00e4nkungen aufzuerlegen, um andere zu sch\u00fctzen. Auch die Einsetzung eines Anti-Sklaverei-Beauftragten ist geplant, um die Reaktion auf moderne Sklaverei zu verbessern und zu koordinieren.<\/p>\n<p>Gleichzeitig werden neue Richtlinien f\u00fcr die Verteidigung von Opfern von Sklaverei und Menschenhandel eingef\u00fchrt, die zu einer Straftat gezwungen wurden.<\/p>\n<p>Im Bereich Kinderhandel werden neue Erm\u00e4chtigungen f\u00fcr die Verteidigung eingef\u00fchrt, und neue Kompensationsregelungen sollen Gerichte ermutigen, die Opfer zu entsch\u00e4digen.<\/p>\n<p>Die Regierung hofft, dass die Vorlage auch bestehende rechtliche L\u00fccken schlie\u00dfen wird, damit Polizei und Grenzschutz in Zukunft Boote und Schiffe stoppen k\u00f6nnen, die im Verdacht stehen, Sklaven festzuhalten oder zu schmuggeln.<\/p>\n<p>Der Verband der britischen Einkaufs- und Lieferbranche CIPS hat jedoch Fragen aufgeworfen. \u201eWie immer steckt der Teufel im Detail\u201c, schrieb die Organisation. \u201eJedes Gesetz sollte zu praktischen, umsetzbaren Schritten f\u00fchren, mit minimaler B\u00fcrokratie und maximaler Klarheit dar\u00fcber, wie die volle Ausmerzung realisiert werden kann. Umfassende und offene Konsultationen mit Unternehmen werden helfen, den Weg zu bereiten. Wir freuen uns, dass so viele Firmen die Ma\u00dfnahme bereits unterst\u00fctzen.\u201c<\/p>\n<p>Der Verband kritisierte, dass das Gesetz gegen moderne Sklaverei nicht von Unternehmen verlange, Sklaverei in ihren Jahresberichten zu ber\u00fccksichtigen und zu belegen, dass Besch\u00e4ftigte entsprechend geschult werden.<\/p>\n<h4>Sklaverei und Ihre Lieferkette<\/h4>\n<p>Die meisten Fertigungsunternehmen wissen nicht, wie ethisch verantwortungsvoll die Lieferketten sind, die ihren Betrieb unterst\u00fctzen. Eine Achilles-Studie ergab, dass 40&nbsp;Prozent der Unternehmen, die ausschlie\u00dflich in Gro\u00dfbritannien einkaufen, keine Informationen \u00fcber Tier-2-Lieferanten haben, w\u00e4hrend eines von f\u00fcnf Unternehmen keine Informationen \u00fcber Tier-2-Lieferanten in aller Welt hat. Zudem nehmen nur 51&nbsp;Prozent der Fertigungsunternehmen regelm\u00e4\u00dfig Audits ihrer Tier-1-Lieferanten vor.<\/p>\n<p>Wenn in Ihrer Lieferkette Sklaverei ermittelt wird, sind die Auswirkungen erheblich. Marke, Unternehmensreputation und Shareholder Value d\u00fcrften durch derartige Enth\u00fcllungen erheblichen Schaden nehmen. Dies zeigte sich im Anschluss an die Rana-Plaza-Katastrophe in Bangladesch, von der 40 globale Mode- und Einzelhandelsmarken betroffen waren.<\/p>\n<p>Jon Williams, leitender Produktmanager bei Achilles, erkl\u00e4rte das Problem zum Teil damit, dass Unternehmen generell ihren Tier-1-Lieferanten vertrauen und es daher nicht f\u00fcr erforderlich halten, deren Betriebsabl\u00e4ufe n\u00e4her zu beleuchten.<\/p>\n<p>Achilles ermittelte, dass 20 Prozent aller gro\u00dfen Fertigungsunternehmen Vertrauen in die ethische Compliance ihrer Lieferanten haben, aufgrund der engen Beziehungen zwischen beiden Seiten. Acht Prozent gaben zudem an, sie seien \u201esehr sicher\u201c, dass ihre Tier-1-Lieferanten keine Sklavenarbeit einsetzten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Hindernis im Kampf gegen die Sklaverei in Lieferketten ist mangelnde Transparenz. Unternehmen haben oft keinerlei Einblick in die globalen Netzwerke, die \u00fcber die erste Lieferantenebene hinausgehen. Gro\u00dfe Teile ihrer Lieferkette liegen also quasi im Dunkeln und k\u00f6nnen nicht zur Verantwortung gezogen werden.<\/p>\n<h4>Gegen Sklaverei in der Lieferkette vorgehen<\/h4>\n<p>Unternehmen m\u00fcssen die Verantwortung f\u00fcr ihre Lieferketten \u00fcbernehmen und im Rahmen eines Best-Practice-Modells die Transparenz auf allen Ebenen verbessern.<\/p>\n<p>Jenny Willott, Staatssekret\u00e4rin im britischen Wirtschaftsministerium, betonte: \u201eTransparenz sollte stets das Kernst\u00fcck eines jeden Unternehmens sein. Alle Firmen, auch im Einzelhandel, m\u00fcssen sicherstellen, dass sie ihren Kunden die richtigen Informationen geben und offen \u00fcber ihre Lieferketten sprechen.<\/p>\n<p>Durch bessere Transparenz in Lieferantennetzen k\u00f6nnen Unternehmen Risikobereiche ermitteln und die notwendigen Ver\u00e4nderungen vornehmen, um jede Misshandlung von Arbeitnehmern auszumerzen.<\/p>\n<p>Effektives Management von Lieferantendaten ist entscheidend, damit Firmen wirklich verstehen, mit wem sie Gesch\u00e4fte machen.<\/p>\n<p>Achilles erm\u00f6glicht dies durch Produktcodes, die Unternehmen mehr Transparenz bieten: Alle Lieferanten, die zu einem Produkt beitragen, k\u00f6nnen schnell identifiziert werden. Eink\u00e4ufer haben au\u00dferdem Zugriff auf eine Reihe von Such-, Filter- und Anzeigefunktionen, um Daten zu verwalten.<\/p>\n<p>Daneben sorgt unser Lieferketten-Mapping f\u00fcr Transparenz \u00fcber die erste Lieferantenebene hinaus \u2013 Eink\u00e4ufer erhalten alle Informationen, die sie brauchen, um Risiken zu mindern.<\/p>\n<p>Lieferketten-Mapping st\u00e4rkt auch das Bewusstsein daf\u00fcr, wie globale Ereignisse Netzwerke st\u00f6ren k\u00f6nnen, und vermittelt die gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um gegen Sklaverei vorzugehen, brauchen Unternehmen eine umfassende Sicht ihrer Lieferkette. 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