{"id":15714,"date":"2017-02-20T20:00:00","date_gmt":"2017-02-20T17:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/uat.achilles.com\/unkategorisiert\/unethische-praktiken-in-der-lieferkette-was-ist-das-problem-und-wie-kann-es-geloest-werden\/"},"modified":"2023-07-29T14:22:39","modified_gmt":"2023-07-29T11:22:39","slug":"unethische-praktiken-in-der-lieferkette-was-ist-das-problem-und-wie-kann-es-geloest-werden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.achilles.com\/de\/industry-insights\/unethisches-verhalten-lieferketten-problem-losen\/","title":{"rendered":"Unethische Praktiken in der Lieferkette: Was ist das Problem \u2013 und wie kann es gel\u00f6st werden?"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend das Gesetz gegen moderne Sklaverei das britische Parlament passiert, sind ethische Verhaltensweisen und Transparenz innerhalb von Liefernetzwerken \u2013 oder auch der Mangel daran \u2013 ins Rampenlicht getreten.<\/p>\n<p>Nach Darstellung des britischen Innenministeriums m\u00fcssen gro\u00dfe Unternehmen im Rahmen der neuen Gesetzgebung jedes Jahr die Schritte offenlegen, die sie unternommen haben, um Sklaverei in ihrer Lieferkette auszumerzen. Gro\u00dfbritanniens erster Anti-Sklaverei-Beauftragter ist Kevin Hyland, ehemaliger Leiter der f\u00fcr den Kampf gegen Menschenhandel zust\u00e4ndigen Abteilung der Londoner Polizei. Er wird Unternehmen aufsp\u00fcren, die keine Ma\u00dfnahmen ergreifen, um gegen Sklaverei vorzugehen.<\/p>\n<p>Dies macht es f\u00fcr Einkaufsorganisationen umso wichtiger, die Transparenz der Lieferkette \u00fcber die erste Ebene hinaus auszuweiten.<\/p>\n<p>\u201eWenn Unternehmen wissen, dass sie \u00fcberwacht werden&nbsp;\u2026 werden sie sich um saubere Lieferketten bem\u00fchen\u201c, sagte Kevin Hyland gegen\u00fcber der Financial Times. \u201eWenn sie versagen, wird das bekannt gemacht \u2013 und kein Unternehmen der Welt will als Sklavenhalter blo\u00dfgestellt werden.\u201c<\/p>\n<p>Doch wie gro\u00df ist die Gefahr? Und was k\u00f6nnen Unternehmen dagegen tun?<\/p>\n<h4>Unethisches Verhalten in der Lieferkette<\/h4>\n<p>Sklaverei, Zwangsarbeit und Menschenhandel sind drei der Hauptrisiken f\u00fcr die Ethik in Lieferketten. Der Begriff Sklaverei bezeichnet die Behandlung anderer Menschen, als seien sie \u201eEigentum\u201c, das \u2013 so die Menschenrechtsorganisation Walk Free Foundation \u2013 \u201egekauft, verkauft, gehandelt oder sogar zerst\u00f6rt\u201c werden kann. Zwangsarbeit ist Arbeit, die durch Drohungen oder N\u00f6tigung erzwungen wird, w\u00e4hrend der Begriff Menschenhandel den Kauf von Menschen beschreibt, die durch T\u00e4uschung, Bedrohung oder N\u00f6tigung zu Sklaverei oder Zwangsarbeit gezwungen bzw. auf andere Weise ausgebeutet werden.<\/p>\n<p>Derartige Praktiken versto\u00dfen gegen die Menschenrechte und sind leider h\u00e4ufiger, als viele glauben. Nach Sch\u00e4tzungen der Walk Free Foundation leben rund 29,8 Millionen Menschen in moderner Sklaverei, darunter 5.000 in Gro\u00dfbritannien.<\/p>\n<p>Die nationale britische Strafverfolgungsbeh\u00f6rde hat ermittelt, dass die Zahl potenzieller Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit in Gro\u00dfbritannien im vergangenen Jahr um 47 Prozent gestiegen ist.<\/p>\n<p>Doch warum ist dieses Verbrechen in der Lieferkette weitgehend unbekannt? Eine Achilles-Studie ergab, dass 40&nbsp;Prozent der Unternehmen, die ausschlie\u00dflich in Gro\u00dfbritannien einkaufen, keine Informationen \u00fcber Tier-2-Lieferanten haben, w\u00e4hrend eines von f\u00fcnf Unternehmen keine Informationen \u00fcber Tier-2-Lieferanten in aller Welt hat. Sklaverei ist oftmals tief in der Lieferkette vergraben. Die komplexe Natur dieser Netzwerke erschwert die Aufdeckung, doch es kann sicherlich mehr getan werden, um Missbr\u00e4uche auszumerzen.<\/p>\n<p>Nur 51&nbsp;Prozent der Fertigungsunternehmen nehmen derzeit regelm\u00e4\u00dfig Audits ihrer Tier-1-Lieferanten vor. Gegen\u00fcber diesen Lieferanten der ersten Ebene wird ein bestimmtes Ma\u00df an Vertrauen vorausgesetzt, doch gerade das k\u00f6nnte verhindern, dass Lieferketten zur Rechenschaft gezogen werden.<\/p>\n<p>Besorgniserregend ist, dass nach der Achilles-Studie nur acht Prozent der gro\u00dfen Fertigungsunternehmen \u201esehr sicher\u201c waren, dass ihre Tier-1-Lieferanten keine Sklavenarbeit einsetzten.<\/p>\n<p>Zahlen, die vom Chartered Institute of Purchasing and Supply (CIPS) gest\u00fctzt werden. Eine Studie des Branchenverbands ergab: Elf Prozent der befragten Wirtschaftsf\u00fchrer halten es f\u00fcr wahrscheinlich, dass es in ihrer Lieferkette zu moderner Sklaverei kommt. Und 72 Prozent der britischen Lieferkettenfachleute haben \u00fcber die zweite Ebene hinaus keinerlei Einblick in ihre Lieferkette.<\/p>\n<h4>Ethisches Verhalten in der Lieferkette gew\u00e4hrleisten<\/h4>\n<p>Die Verhinderung von unethischem Verhalten in der Lieferkette l\u00e4uft auf eines hinaus: Transparenz. Zwar ist es nicht leicht, die tiefsten, finstersten Winkel der Lieferkette auszuleuchten. Doch mit den richtigen Verfahrensweisen ist es durchaus m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Der erste Schritt: Alle Lieferanten sollten im Rahmen der Pr\u00e4qualifizierung Fragebogen zur unternehmerischen Gesellschaftsverantwortung ausf\u00fcllen. So k\u00f6nnen Einkaufsorganisationen Schwachstellen identifizieren und Lieferanten mit hohem Risiko aus dem Prozess ausschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Als Achilles-Mitglied haben Eink\u00e4ufer Zugriff auf eine Vielzahl gepr\u00fcfter Lieferanten und k\u00f6nnen alle Lieferanteninformationen \u00fcber eine zentrale Datenbank verwalten.<\/p>\n<p>Lieferketten-Mapping ist ebenfalls ein wichtiges Hilfsmittel, um zu gew\u00e4hrleisten, dass Liefernetzwerke auf ethischen Prinzipien beruhen. Durch automatisierte Informationsanfragen an alle Teile der Lieferkette erhalten Unternehmen besseren Einblick in die tats\u00e4chlichen Gegebenheiten. Es ist jedoch entscheidend, die Unterst\u00fctzung der Tier-1-Lieferanten zu gewinnen, die dann helfen k\u00f6nnen, Unterlieferanten zu identifizieren.<\/p>\n<p>Und das letzte Teil des Puzzles, um ethisches Verhalten in der Lieferkette zu gew\u00e4hrleisten, sind Audits bekannter Lieferanten. Dies ist die physische Validierung des Fragebogens eines Unternehmens. Achilles-Audits decken die Bereiche gesellschaftliche Verantwortung, Arbeitsschutz, Umweltschutz, Kohlendioxidaussto\u00df, Werksbeurteilungen, Qualit\u00e4t, betriebliche Kontinuit\u00e4t und Personal ab.<\/p>\n<p>Unsere Audits spiegeln die Branchenanforderungen wider, darunter Standards, Best Practice und nationales Recht.<\/p>\n<h4>Vorbereitung auf eine ethische Zukunft<\/h4>\n<p>Gro\u00dfbritannien geht inzwischen entschieden gegen unethisches Verhalten in der Lieferkette vor. Organisationen, die Transparenz demonstrieren und mit Sicherheit sagen k\u00f6nnen, dass in ihrer Lieferkette keine Menschenrechtsverst\u00f6\u00dfe auftreten, werden in Zukunft die Nase vorn haben.<\/p>\n<p>Es ist wichtig, der Gesetzgebung immer einen Schritt voraus zu sein: Unternehmen werden von ethisch verantwortungsvolleren Liefernetzwerken profitieren.<\/p>\n<p>Anfang dieses Jahres erkl\u00e4rte David Noble, gruppenweiter Chief Executive Officer des Branchenverbandes CIPS: \u201eVerbraucher und Wirtschaftsf\u00fchrer sind hinsichtlich der britischen Lieferketten einen Pakt unter dem Motto \u201anicht fragen, nichts sagen\u2018 eingegangen. Weder Verbraucher noch die Wirtschaft haben aus dem Pferdefleischskandal gelernt und wollen eigentlich gar nichts \u00fcber den Missbrauch wissen, der m\u00f6glicherweise in ihren Lieferketten herrscht.<\/p>\n<p>Wenn das Gesetz gegen moderne Sklaverei eine Chance haben soll, Sklaverei in der britischen Lieferkette auszumerzen, und wir eine Wiederholung des Pferdefleischskandals verhindern wollen, m\u00fcssen wir Beschaffungsfachleuten in ihren Unternehmen gr\u00f6\u00dferen Einfluss geben.\u201c<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend das Gesetz gegen moderne Sklaverei das britische Parlament passiert, sind ethische Verhaltensweisen und Transparenz innerhalb von Liefernetzwerken \u2013 oder auch der Mangel daran \u2013 ins Rampenlicht getreten. 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